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Archive for the ‘Spezial’ Category

Der Kleingarten ist zur Bahnlinie links durch eine Kirschlorbeer- und rechts durch eine Ligusterhecke begrenzt.

Mein erster Liguster, den ich mit viel Gießwasser in der Höhe mittlerweile beinahe verdoppelt habe. Er ist ein olfaktorisches Missvergnügen, musste ich jetzt im Juni feststellen. Meine Güte, stinkt der! Zuerst dachte ich, hinten, im unzugänglichen Heckendickicht oder auf den nahen Gleisen würde Aas liegen und zwar eine großzügige Portion doppelter Hund oder mehrfache Katze oder ganze Familien Mäuseschwänze. Pfui! Die fast unter der Hecke stehenden Taglilien gieße ich im Sauseschritt, um der Geruchsfahne schnellstens zu entkommen.

Er fängt gerade an zu blühen. Es kann nur schlimmer werden! Selbst neben Duftrosen stehend drängt sich der eklige Geruch in der Vordergrund, so dass man von einer lieblichen Rose kaum etwas mitbekommt. Der Garten ist in Schwaden von Gestank gehüllt.

Aber – oh Wunder – der Pestilenzhauch vermag evt. etwas Beachtliches zu vollbringen. Der Duft von Liguster soll gegen Darmkrebszellen wirken, was allerdings durch klinische Studien untermauert werden muss. Blütenduft lässt Tumorzellen absterben. Nur dass die Bezeichnung „Duft“ es nicht gerade trifft.

Puuuuh!

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Phlox Tags

Fast übersehen.

Kermit bringt das Altpapier zum Container und zerreisst die Kartons. In einem kommt eine zweifarbige, feuchte Serviette mit Gartenmotiven zum Vorschein. Oh, übersehen! Scheibenhonig. Mist. Mit weiteren Gaben hatte ich nicht gerechnet, M.!

Da ist was drin, was Härtliches, Festes. Hoffentlich keine drahtigen Wurzeln einer kostbaren Staude! Schnell auseinandergewuselt schält sich eine Lösung des ewigen Beschriftungsproblems heraus: Ein geschweiftes Alu-Schild mit Schlagbuchstaben-Eindruck des übersandten Phloxes.

Patent! Feinsinnig, analytisch, dauerhaft, nicht zu groß oder roh, individuell, präzis – kann nur von M. stammen.

RED RIDING HOOD – das ist höchstwahrscheinlich der einzige Phlox meines Gärtnerinnenlebens, der für alle Zeiten ordentlich beschriftet sein wird  🙂 – oder? Möglicherweise brauche ich Schlagbuchstaben?

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Das ist also der unbekannte Kohl, den ich ausgesät habe und der so fix keimt. Sehr gut wird das Kohl-Raps-Rübsen-Senf-Kreuz-und-quer-Gemüse auf der Seite der

Freshly picked Siberian kale

Freshly picked Siberian kale (Photo credit: Wikipedia)

Samenarche The Seeds Ambassador Project aufgedröselt.

Grob gesehen ist Brassica napus Raps, Brassica rapa Rübsen, Brassica olaracea Gemüsekohl in seinem diversen Gestalten, Brassica nigra Schwarzer Senf, Brassica juncea Brauner Senf, Brassica alba Weißer Senf. Und wohin gehört die Kohlrübe? Zu Raps; Raps mit dicken Füßen. Und Rübstiel, das leckere Grün von Rübchen? Lt. Wiki zu Rübsen, Brassica rapa ssp. silvestris. Sicher?

Das merkt sich doch kein Mensch! Schon gar nicht vorläufig, bis sich botanisch, historisch, genetisch etwas anderes eruieren und vermuten lässt.

In kalten Regionen begleitet Kohl die Menschheit wie der „Fußabdruck des weißen Mannes“ (eine Beschreibung nordmerikanischer Ureinwohner für die hartnäckige Verbreitung des europäischen Breitwegerichs auf verdichteten, schweren Böden, also vorzugsweise auf Trampelpfaden und Wegen) seit der Jungsteinzeit; die zweijährigen, frostfesten vor allem durch den langen, hungrigen Winter. Keine sesshafte, Landbau betreibende, nördlich gelagerte Kultur kam ohne ihn aus und jede hat ihre angepassten Kreuzungsprodukte und Varietäten; von Japan über Sibirien, Süd- und Nordchina bis in die Toscana oder nach Portugal und Irland. In wärmeren Regionen landet seine weniger dickwandige Senfkohlsippschaft in Wok und dünnen Suppen.

In der Gegenwart wird einem durch den globalen Samenhandel bewusst, wie zahlreich die Mitglieder der Familie Kohl sind. Jedem sind fremdländische Samen zugänglich, die über den halben Globus verschifft werden. Eine babylonische Sprachverwirrung ist die Folge. Was, bitte schön, sind Hannover Salad und „February Orchid“?

Von der HP von The Seed Ambassadors Project:

Russo-Siberian Kales and Hanover Salad are ssp. pabularis or pabularia and are grown for their leaves that may resemble those of the European kales (B. oleracea). (…)

Presently, the species Brassica napus is thought to have originated from a chance hybridization between Brassica rapa and Brassica oleracea.  This cross probably happened in European gardens during the Middle Ages.  The rutabaga, kale and rape may have all originated from separate chance hybridizations between the diverse forms of B. napa and B. oleracea.  For example, napus kale could have been derived from B. oleracea ssp. acephala (kale/collard) crossing with the B. napa ssp. chinensis (Asian mustard). 

The rutabaga could have been derived from B. oleracea ssp. acephala (kale/collard) crossing with the B. napa ssp. rapifera (turnip).

Rapeseed (Brassica napus), also known as rape,...

Rapeseed (Brassica napus), also known as rape, oilseed rape, rapa, rapaseed and (in the case of one particular group of cultivars) canola, is a bright yellow flowering member of the family Brassicaceae (mustard or cabbage family). (Photo credit: Wikipedia)

The red russian type of kales may have a different story. Tim Peters of Peters Seed and Reseach did an experament to retrace the evolution of B. napus. He first crossed a chinese cabage (B. rapa) with a European kale (B. oleracea). He did these crosses with a bud polination technique, which he says „lets the two species have more time to get to now each other“. After the first cross the result was a beautiful Siberian kale  (B. napus). then he crossed in black mustard (B. nigra). This resulted in the red russian type (B. napus?) with its distinct color and leaf shapes. So some of the B. napus species are two way mix-ups and some are three way mix-ups. How wonderful! This throws a wrench of doubt into the machine of the probable geneology of plants, such are the ways of science. (…)

Family  Brassicaceae (mustard family)
Brassica (mustard genus)
Species  Brassica napus (rape species)
Variety/Subspecies pabularia (Siberian kales)

Botanical Epithets: nap = turnip; apus = stalk-less; pabularia = of fodder (…)

Red Russian (Ragged Jack, Russian Kale, Canadian Broccoli) – 25 days baby, 50-60 days mature from transplant. Stems and veins are red/purple and the leaves are deep gray/green.  Flat leaf with toothed edges. Vigorous plant grow up to 18-36 inches tall. Hardy to -10F. Used as in salad or as a bunching green. [Origins in Russia and may predate 1865. A late variety that is extremely resistant to cold with leaves harvested all winter. Flavor being improved by frost. (Koko)] [Documented since 1885 and reintroduced by Canadian herbalist Betty Jacobs in 1977. (SSE)].
Source: Widespread availibility  (…)“

Quelle: The Seed Ambassadors Project, http://seedambassadors.org/, Link zur Seite.

Luschtigerweis‘ findet sich dort auch die „Februarorchidee“, auf deren Samen ich noch warte. Nicht als Blume wird sie angeboten, sondern als Frühgemüse.

Einen Katalog für Samenerhalter gibt’s auch : Adaptive Seeds – nicht nur mit Kohl; u.A. mit Tomaten, die ich nicht kenne: Uralskiy Ranniy.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass der Rote Russe nicht so derb schmeckt wie Kaninchenfutter und sich als simpler Grünkohl outet. „Canadian Broccoli“ lässt hoffen!

Möglicherweise ist Red Giant, eine Züchtung aus Braunem Senf doch interessanter und als Rohkost vor allem zarter. Ich hatte ihn schon im Anbau. Kleingehackt machen sich die Blätter gut in einem stark gewürzten, deftigen, reichhaltigen Kartoffelsalat, oder sagen wir mal, er stört nicht. Genausogut könnte man wahrscheinlich Radieschenblätter untermengen (auch ein Senf/Kohlgewächs; zartere Radieschenblätter lassen sich übrigens wie Rübstiel verwenden und verkochen). Daneben kann Russischer Schnittkohl eine Ähnlichkeit zu Kohlrabiblättern nicht verleugnen.

Das Ganze hatte etwas von nahrhaftem, urgesundem Gösselaufzuchtfutter aus rauen Brennnessel, Kartoffeln und gehacktem Ei. Kermit war der östliche Senfkohl geschmacklich jedenfalls zu eigen, aufdringlich und „alternativ“. Ich fand gemüsigen Gartensenf praktisch, lohnend und auch lecker. Vielleicht etwas ungewohnt und herzhaft, aber durchaus essbar. Und in einem gut vesorgten Beet wirkt er zierend, weil er so vital aussieht.

Wie immer bei Kohlgewächsen verspricht ein leckeres, lockeres, gedüngtes und gepflegtes Beet die beste Aussicht auf Erfolg.

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Zauberhafte Vielfalt!

Viele Fotos von Akeleienarten und ihren gefüllten, lang gespornten oder ungespornten Gartenkindern sowie ein Sorten-Lexikon der schönen Wilden stehen auf der Homepage von Robert Höck.

Sehr beeindruckend. Ein ernsthafter, ruhiger, junger Mann mit großem Herz (und großem Garten) für Blumen und mit fundierten Kenntnissen, auch über schillernde Guppies.

A. atrata, A. coerulea, A. fragrans  könnte ich brauchen. Dringend! 😉 Am liebsten wären mir Sämlinge aus A. ecalcarata mit ihrem vornehmen, stillen Farbton – für den Anfang!

En vogue sind natürlich abgedrehte, für normale Gartenbesitzer nicht ganz geläufige Farben und Formen wie A. viridiflora, die Grünblütige Akelei, deren oliv und aubergine bis dunkelbraune Zuchtform Chocolate Soldier in meinem wilden, fröhlichen Garten so stumpf wie eine Tollkirsche wirken würde. Eine Akelei für aufmerksame Hingucker, Gartenarchitekten, stille, beschienene Garteneckchen und wildromantische Nachbarpflanzen; oder – im Gegenteil – als Beruhigung lebhafter Farben im Frühlingsgarten. Die Art blüht uni gelblich grün und erinnert darin etwas an die nahe Verwandte dieses Hahnenfußgewächses, den Helleborus. Im kleinen Stadtgarten könnte man sie sich zur Brust nehmen und gezielt in Positur rücken. Aber nein, lieber keine Soldaten im Garten; die ehemals als Scheinakelei klassifizierte A. ecalcarata wäre mir zurückhaltend genug, friedfertiger und damenhafter.

Videostream Gartenvirus

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Seit 2010 für professionelle Schnittblumenzüchter auf dem Markt: Dianthus barbatus Green Trick ‚Temarisou’ , eine Bartnelke mit kugeligem, grünem Wuschelkopf und überdies ein eingetragenes Warenzeichen des niederländischen Zuchtbetriebs Hilverda. Für Hobbygärtner und Liebhaber von extravagantem, grünblütigem Blumenschmuck (noch) unerreichbar. Wahrscheinlich kommen sie im Gesteck auch besser zur Geltung als in einem lebhaften Garten, es sein denn, er ist sehr spartanisch, akzentuiert und modern angelegt und selbst ein Gesteck.

Neben den Niederlanden hat die Gruppe der Schnittblumenzüchter und des -vertriebs Dependancen in den USA und Japan. Muss ein Bombengeschäft sein! Kolumbianische, afrikanische (Farmen unter niederländischer Leitung), israelische Billigrosen für Deutschland und niederländische Chrysanthemen und Lilien für Japan. Und thailändische Orchideen für alle. Globaler, urbaner Lifestyle der floralen Art.

Lisianthus für den anspruchsvollen Blumenbinder in den Farben der Saison.

Celosien

Chrysanthemen

Anthurien

Je länger ich mir diese Schnittblumen ansehe, umso unschöner und künstlicher finde ich sie. Ihre Vielfalt ist einerseits erstaunlich und unter den Händen eines begabten Floristen oder einer Ikebana-Freundin können sich Anthurien in kleine Kunstwerke verwandeln, andererseits wirken sie in der Beliebigkeit und Masse samt Bestellnummern in handelsfähigen Großgebinden „trashig“.  Die Hallen der Blumenversteigerungen haben etwas von Schlachtviehverladebahnhöfen an sich. Wegwerfsüßigkeiten, Dekomaterial. Sicherlich nett, um Lobbies und Foyers auf professionelle Weise wohnlich oder repräsentativ zu schmücken.

Demnächst braucht der Blumen schenkende Kavalier ein Rabattmarkenheftchen für den C02-Ablasshandel. All inclusive. Heute kann man nicht mal mehr Blumen kaufen, Schokolade essen, energie-intensive Server nutzen und Urlaub machen, ohne sich politically uncorrect zu benehmen.

Mir sind meine bunten, lockeren Gartensträuße die liebsten. Ich brauche keine Rabattmarken. Kermit auch nicht.

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Geschützt: Landscape Lovers

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