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Posts Tagged ‘Blumenzwiebeln’

Vor lauter Renoviererei habe ich von der Tulpenblüte im Stadtgarten kaum etwas mitbekommen.

Gerade verblüht Sweetheart, auf die ich mich so gefreut hatte. Eine Fosteriana-Tulpe à la Buttermilcheis mit Zitronensorbet. Fein und chic, wenngleich nicht gerade hoch.

Unbek. elfenbeinfarbene mit gezeichnetem Laub, gezähnte Labrador, Greenland,
Super Parrot, gefüllte + gefranste Snow Crystal, Sweetheart,
Aquila, Gavota, Creme Upstar

Gavota ist wiedergekommen, sonst nur wenige, obwohl hunderte in Sorten nur in den letzten beiden Jahren im Stadtgarten gesetzt wurden. Selbst Ballerina und Greenland zeigen sich in wenigen Exemplaren.

Neu sind rosa-weiße Super Parrot, Rejoyce (halb gefüllt, kurz, blassest rosa bis fast weiß und unscheinbar), Sweetheart, Tennessee (kurz, gehen gerade auf), namenlose, hübsche elfenbeinfarbene, extrahohe weiße ohne Namen, mehrblütige, primelgelbe Aquila, Leen van der Mark (himbeerrot mit weißem Rand, bereits verblüht), weiße Snow Crystal (spät, kurz, dick und rund, gefranst, sehr voll füllt) und eine geheinmisvoll dunkle, gefranste namens Labrador. Sie schimmert im selben Ton wie die schwarzroten, gefransten im Frühling 2014, die jedoch einen goldgelben Blütengrund hatten und in der Form eines gespreizten Oktopus‘ aufblühten. Die lange, sonnige Trockenphase hat an ihren spitzen, schwarzen Zähnen genagt und sie verbrannt.

Der Papagei ist wunderhübsch getuscht und kolossal barock verdreht, tut sich aber etwas schwer, seine Rüschen so auszupacken, dass sie an eine Blüte erinnern.

Aquila ist überzüchtet und oft deformiert. Mehrblütig und gefüllt und gewellt und gerändert ist offenbar zuviel verlangt. Ein oder zwei Blüten sind passabel geraten, die meisten hingegen verbaut, klaffend, asymmetrisch, unharmonisch. Sie erinnert an eine kleine, zerzauste, spitzige, zusammengesetzte Akebono.

Alles in allem eine edle und stille Zusammenstellung. Hätten wir eine leuchtend blaue Fassade, wären die Elfenbein-, Vanille- und Auberginetöne passend. Oder zu einem supermodernen New Yorker Loft mit kühlem Edelstahl, viel Glas, Lärchenholz, rostigen, sparsam platzierten Skulpturen, Granitgrau, Lavaschwarz und Kieseln. So ist der Stadtgarten im lindgrünen, wogenden April zur Tulpenblüte etwas ruhig. Da helfen auch die niedrigen Rococo, Leen van der Mark und Tennessee nicht.

Papgeientulpen Rococo

Kurzbeinige Tulpen sind nicht das Wahre im Stadtgarten. Sie verschwinden bald unter dem Blattwerk der aufschießenden Stauden. Und ganz vorne im Beet sitzen immer schon Pflänzchen, die ebenso kurz und sonnenhungrig sind. Besetzt.

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Ein paar neue Narzissen im Stadtgarten, April 2015:

Papillon blanc; verspielt und mal mehr oder weniger gefüllt

Golden Echo – Miniaturtazetten mit schmalen Trompeten. Das „Echo“ ist der goldgelbe Schatten, der von der Nebenkrone in die helle Hauptkrone ausläuft.

Ice King – hohe, stark gefüllte, gleichmäßige, aufhellende Narzissen

Ice King zeigt sich bewundernswert zuverlässig. Aus jeder Zwiebel erblüht eine starke Narzisse und eine sieht aus wie die andere. Für mich sind sie etwas übervoll garniert und zu pompon-pummelig, wenn sie mehr und mehr aufblühend ihre Hauptkrone nach hinten rollen, um die Füllung zu entwickeln. Die Fatties stehen im Kübel und blühen dort etwas früher als im Garten. Neben ihr ist die weiße Obdam nun im dritten Jahr nach wie vor der totale Versager. Sie begnügt sich damit, ihre Knospen in trockene, hohle Mumien zu verwandeln.

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Jack Snipe? Wie letztes Jahr stehe ich – richtiger knie ich, um den Duft zu erhaschen – vor den wunderhübschen, hellen Duftnarzissen. Süßer, fruchtiger Kumquatduft an einem kalten Frühlingsmorgen. Delicious! Wiedersehen macht Freude.

Traumtänzerinnen an einem trüben Märzmorgen

Die Duftwunder sind etwas schmaler als letztes Jahr und haben nicht genug Reserven, mehrere Blüten pro Stiel zu entwickeln, schlagen sich aber wacker. Sie werden brüten und sich um ihre inneren, unterirdischen Werte kümmern.

Um diese Zeit blühen von den Miniaturnarzissen Tête à Tête, Jetfire und diese primelgelben Narzisschen, sei es nun Jack Snipe (N. cyclamineus), Sailboat (N. jonquilla) oder Lemon Drops (N. triandus). Letztes Jahr hielt ich die hellen Schönheiten für Lemon Drops, jetzt tendiere ich zu Sailboat. Jonquillen sind früh (also genau jetzt), wärmeliebende Triandusnarzissen eher spät, wie ich von Thalia weiß. Außerdem hält Thalia ihre sternförmige Krone besonders feinsinnig geschweift, nicht etwa wie Segelohren im Wind nach hinten gebürstet und verwirbelt. Egal ob Sailboat oder Lemon Drops, sie sind mir besonders lieb und werden verwöhnt. Ich vergesse nicht, sie rechtzeitig zu düngen und später trocken fallen zu lassen. Die abgeblühten Töpfe werden in eine unbeachtete Ecke geschoben und warten auf ihren erneuten Einsatz im nächsten Frühling. Low maintenance. Balkontauglich.

Diese 3 Sorten mag ich besonders gern; sie sind früh, unverwüstlich und auf unterschiedlich Weise hübsch: Tête à Tête – Zwerge mit gelben Laternchen, Jetfire – fröhliche, zweifarbige Clowns, Sailboat – elegante Duftnarzissen. Da sie alle kurz bis mittelhoch und zierlich sind, fallen sie nicht so leicht aufs Antlitz wie langbeinige, großkopferte Sorten. Alle passen gut in den Stadtgarten. Sailboat stehen im Topf; im Beet wären sie mir zu blass und zurückhaltend. Im Gartenbeet fallen leuchtende Jetfire mehr auf.

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Tête à tête blühen. Nu is Frühling, selbst bei dünnen 4°C und egal, was der Kalender zählt.

Zuverlässige Zwergnarzissen bilden Nester im Rasen

Traubenhyazinthen in weiß aufgehelltem, laviertem Rosa strecken sich. Pink Sunrise, eine neuere Sorte.   Schweineteuer – brauche ich die, für den exklusiven Preis? Nett, wenn man 500 Stück davon hätte. Noch sind sie sehr zierlich und kurz und warten auf mehr Sonne.

Pink Sunrise und Alida

Kermit erzählt, dass die Stadt Düsseldorf jetzt die Frühlingszwiebeln (Tulpen) legen lässt, zigtausende im Nordpark, in Benrath, vor dem Ehrenhof. Erst jetzt, nach dem Winter, weil es nicht nur in seinem Hafen nahen Garten Mäuse gibt, sondern auch in Düsseldorfs Parks. Klaro. Den Stadtgärtnern ergeht es nicht anders als mir. Sie mögen keine Überraschungen wie klaffende, kahle Löcher in fein abgestimmten Frühlingsbeeten. Einen Verlust von 10% würde ich ohne Ärger wegstecken, aber keinen von 95%. Auch jetzt streunen die Nagetiere durch den Garten, obwohl Nachbars Katze zurück ist. Man sieht’s am verschimmelten Katzenhaufen mitten in einem Carexhorst.

Wo haben die Stadtgärtner die Tulpen bis zum Frühjahr gelagert? Im Kühlhaus, in losem Torfmull oder waren sie im Boden? Werden die Bulben mit Wurzelaustrieb gepflanzt oder als ruhende Zwiebel?  Zum Vorziehen bräuchte es ein Riesenarreal. Evt. kann man Tulpenzwiebeln “getimt” gekühlt bei den niederländischen Züchtern beziehen? Oder einfach in löcherigen Maschensäcken draußen im Schatten aufhängen, hoch und fern von Kletterleitern für hungrige Neider mit langen Schneidezähnen?

In Kermits Stadtgarten zeigen die getopften Überbleibsel der weißen Papageientulpen vom Vorjahr dicke Köpfe. Wann sollen Tulpen blühen, die jetzt erst gepflanzt werden?

Wir werden wohl nicht nur zum Keukenhof fahren, sondern eine Tulpen-Rallye durch D’dorf veranstalten. Super! So was liebe ich. Blumensafaris. In die Sonne blinzeln, Frühlingsluft tanken, Blumen bewundern, schlendern. Die Aussteller im Keukenhof könnte ich fragen, wie Stadtgärtner und Amateure die Mäuse umgehen und in welchem Zustand Tulpenzwiebeln erst im März gesetzt werden. Wenn es jemand ganz genau weiß, dann die holländischen Profis.

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Die Frühlingsschönheit hatte ich mir etwas spektakulärer vorgestellt, mir Ihrem dunklen, auberginefarbenen Frack. Spring Beauties sind sehr kleinwüchsig und wenn sie aufblühen sieht man die Federzeichnung auf der Außenseite der Blütenblätter natürlich nicht mehr. Erblüht sind die Kelche nicht so hübsch geformt und sternförmig weit geöffnet und auch nicht so luzid und ätherisch lilaviolett wie ihre Krokuskollegen vom Stamme der Elfen, die den Garten stimmungsvoll verwandeln. Stummelchen. Kleine, verklemmte Stummelchen.

Nur ganz aus der Nähe bekommt man die kontrastreiche Federung der Zwerge mit

Der erste Krokussorte, die ich nach den tollen Fotos im Net – und den letzten Jahren des Blumenzwiebeln kaufens und Sorten erforschens – eher enttäuschend finde. Jedenfalls dann, wenn sie als Preziosen in einer Schale präsentiert sind und im Rasen die Elfenkrokusse ihre Mäulchen weit aufreißen, um die Frühlingssonne zu küssen. Die Erwartung war offenbar zu hoch.

Den ganzen Winter über wurden sie bewacht, zu- und aufgedeckt, hin-und hergetragen und vor Mäusen gerettet. Ich würde sie wahrscheinlich nicht nachkaufen, ganz im Gegensatz zu den letztjährigen weißen Snow Bunting, von denen nur ein einziger die Mäuseplage überlebte. Schade drum.

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Wie im letzten Jahr – nur früher. Väterchen Frost beeindruckt die Zwergiris nicht.

Die ersten Katherine Hodgkin blühen vor einer Deko aus Kartoffelsäcken, die die dahinter stehenden Schalen vor der grabenden Amsel schützen. Sieht scheußlich aus!

Frühe Mini-Zwiebeliris (I. reticulata) blühen im Winter; „kurzbeinig, aber ausdrucksstark“, meint Kermit über meine Schulter schauend

In der letzten Woche war das Monster höchst aktiv und hat eines unschönen Tages alle Pflanzgefäße ausgeleert, Irisbulben um sich geworfen, Körbchen mit Traubenhyazinthen verwüstet, Gartenhyazinthen bloßgelegt und die Spitzen der letzten, vor den Mäusen geretteten Krokusse abgehackt und deren weiße Wurzeln abgerissen. Total vernichten ist neu; sonst belässt sie es beim Ausrupfen und Unordnung schaffen. Die bleichen Triebe müssen sie an Würmer erinnert haben. Da wollte sie probehalber mal reinbeißen. Warum sie die Schale mit Katherine Hodgkin nicht zerwühlt hat, keine Ahnung! Vielleicht sind sie ihr schon zu hoch und sie mag nicht um den Salat stelzen.

Reizendes Tier! Wenn ich sie erwische, drehe ich ihr den Hals um! Es würde nichts helfen; neue Vögel rücken nach und streiten sich lauthals um die begehrten Stadtreviere.

Merke: Im Stadtgarten von Anfang an alle Töpfe mit schäbigen Vogelnetzen abdecken. Weil ich die Netze so unattraktiv finde, habe ich es unterlassen. Ästhetik goes Risiko. Und außerdem keine Krokusse mehr kaufen – wenn der schwarze Vogel sie nicht zerlegt, fressen sie die Feldmäuse.

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