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Posts Tagged ‘Botanik’

Die einzelne „Distel“ aus dem Bot. Garten lässt mir keine Ruhe. Die verrückten Blätter müssten doch typisch sein!

Wenn ich mir die Blätter so anschaue, komme ich irgendwie auf Centaurea = Flockenblume, Centaurea calcitrapa. Es haut aber nicht ganz hin. Die Beschreibung im Netz trifft’s nicht 100%ig.
Kleiner Bildungs-Schlenker: Zumindest weiß ich jetzt wie kreuzweise Straßensperren ursprünglich hießen: Spanische Reiter. Hab‘ ich schon mal gehört, so wie Spanische Fliege auch.
Wahrscheinlich ist es nötig, in 2 Wochen nochmal hinzugehen und die Blüten zu fotografieren …

P.S.: Nö, nicht nochmal zum Fotografieren; mir wurde geholfen. Es ist die Wollköpfige Kratzdistel. Sie kommt auch von der Höhe hin.

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Für meine Pinwand:

Führungen durch den Park von Schloss Dyck, am 15.1., 19.3., 16.7. und 15.10.2011 jeweils um 14:00

13. März ab 15:00, Führung durch den Park von Schloss Benrath (im Veranstaltungskalender ist Samstag, der 12. März angegeben)

9. April, 13 – 16:00, Pflanzenbörse im Bot. Garten

8. Mai, ab 11:00, dendrologische Führung durch den Schlosspark Benrath

12. Mai, ab 15:00, Frühlingserwachen im Bot. Garten, Führung durch den Garten, Gewächshauskuppel Bot. Garten

18. Mai, ab 15:00, Führung zum Thema Palmfarne, Gewächshauskuppel Bot. Garten (ungünstiger Termin, weil Mittwoch)

26. Juni, ab 16:00, Führung durch den Heilpflanzengarten, Gewächshauskuppel Bot. Garten

u. s. w.

Crassulaceae unter Glas

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Großformatiger Nachdruck des ‚Book of Palms‘ mit Abbildungen der 240 Lithografien bei Taschen

H.-W. Lack, Hardcover, 31.4 x 43.5 cm, 442 Seiten ISBN: 978-3-8365-1779-9, mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch, Eur 99.99.

Ein bibliophiles Leckerli für Freunde schöner Illustrationen, der Botanik und ihrer Geschichte.

>> Folge von 13 Bildern , Taschen, Martius, Book of Palms

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Am tropischen Strand in Südostasien finden sich manchmal fast faustgroße Samen, die von einer grobfaserigen Hülle umgeben sind. Wie helle, haarige Spinnenhinterleibe sehen sie aus.

Irgendwann habe ich herausgefunden, zu welchem Baum sie gehören, zu Cerbera odollam (oder manghas?), einem im indopazifischen Küstengebiet verbreiteten  Baum, der zur Familie der Hundsgiftgewächse gehört wie z.B. Oleander und Frangipani. Das in den Samen enthaltene Cerberin ist sehr giftig und blockiert den Herzmuskel. Angeblich werden viele Selbstmorde auf Sri Lanka mit Hilfe dieser Pflanze verübt.

Den Baum selbst hatte ich noch nie zu Gesicht bekommen. Bei einem der letzten Urlaube entdeckte ich ihn im Chinesisch-Japanischen Garten in Singapore:

Der Samen mit einem Reststtück der ledrigen Hülle sieht so aus:

Mittlerweile tauchen die getrockneten Samenkapseln hier im Handel als Deko-Utensilien auf.

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Kej Hielscher, Renate Hücking: Pflanzenjäger – In fernen Welten auf der Suche nach dem Paradies. 2002   –   ISBN 3492241638


Ein leicht lesbares Buch über acht große Entdecker, Forscher und Sammler wie Alexander von Humboldt, Chamisso, Siebold* oder Amalie Dietrich, die im Auftrag von Universitäten, adeligen Mäzenen und kolonialen Handelsgesellschaften zu einer Zeit reisten, als das aufstrebende Bürgertum bildungshungrig auf die Reiseberichte über die unbekannten anderen, exotischen Seiten der Erde wartete und botanisierend durch Feld und Flur zu streifen zur Modeerscheinung wurde. Und die Oberfläche des Globus‘ fast nur aus weißen Flecken bestand, die sich über das Innere ganzer Kontinente erstreckten.

* Aus wiki: „Unter den Gelehrten Europas gilt Siebold als wissenschaftlicher Entdecker Japans, und dieser Ruf ist wohlbegründet. Sein Name ist unsterblich durch seine große Tat, dass er das Edelste unseres Landes und Volkes erkannte und die Kunde davon den Nationen vermittelt hat.“
(Gedenkstein in Nagasaki, 1879; Inschrift von Ōmori Ichū (1844–1908)

Das Buch beginnt mit Paul Hermann und beleuchtet in chronologischer Reihenfolge in gut geschriebenen Portraits schlaglichtartig den Werdegang und die beschwerlichen Reisen deutscher (!) Naturkundler und Mediziner, Botanisierer und Sammler in ferne Gefilde, ihre mehrjährigen Expeditionen durch Kontinente, verschlossene Länder und Kolonien, die wissenschaftliche Neugier und Sammelleidenschaft der vielseitigen Gelehrten und bedeutender, jagender Autodidakten.

Wer wissen möchte, auf welchen Wegen Wisteria und Hosta nach Europa kamen und wer sie hierhergebracht hat, oder wie es schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Ausrottung ganzer Orchideenarten kam, wird hier auf unterhaltsame Art fündig.

Orchid Delirium im viktorianischen Großbritannien ist – für die passionierten Orchideenhändler in weniger ruinöser Form als vor ihnen für die Tulpenzwiebelhändler – mit dem Tulpenfieber in den Niederlanden zu vergleichen. Das Buch stellt den Orchidhunter Micholtz vor.

Die Pflanzenkunde war lange Zeit eine Sparte der Heilkunde und in den Gärten standen einige Nutz-, im Apothekergarten andererseits Heilpflanzen, doch kaum Zier- und Zimmerpflanzen, wie wir sie heute hegen.

Das allgemeine Interesse an der Botanik weckten die Entdecker der Geranien (Pelargonien), der Hortensien, der südafrikanischen Zwiebelpflanzen und all der vielen Blumen, die heute in unseren künstlichen Paradiesgärten stehen. Kaufleute interessierten sich für die Neuheiten und sammelten naturkundliche Museen an, teils zum eigenen Vergnügen, teils zum Weiterverkauf. Global Players.

Unvorstellbar, wie viele Pflanzen, Knollen, Samen und haltbare, doch empfindliche Herbare auf lange, unsichere Seereisen in Kisten verpackt rund um die Welt geschickt wurden und wie wenige davon noch lebend und unversehrt oder überhaupt am Zielort eintrafen. Unvorstellbar hoch war auch der Aufwand, das Gesammelte zu sichten, systematisch zu bestimmen, per Kupferstich und Handkolorierung zu illustrieren und in wenigen Exemplaren gedruckt zu veröffentlichen.

Bis auf Cookund de Bougainville werden bedeutende englische und französische Entdecker mit keinem Nebensatz erwähnt. Warum alle anderen Botaniker ungenannt bleiben liegt wohl an der Auswahl deutscher Pflanzenjäger, der Bedeutung Humboldts und der Zugänglichkeit der Quellen.

Chimborazo mit Eintragungen des Bewuchses (Humboldt)

Naturgemäß würde ein kompletter Abriss der Naturgeschichte enzyklopädische Ausmaße erreichen und das handliche Format sprengen.

Die vielseitigen und ehrgeizigen historischen Forscher waren nicht so streng nach Fach und Fakultät festgelegt wie heute, hatten oftmals Medizin und weitere Fachgebiete studiert und ihr lebhaftes Interesse galt universell jeder Form der unbekannten belebten und unbelebten Natur, von der Mineralogie und Physik über Zoologie bis zur Anthroplogie und Ethnologie – falls man den letzteren, jüngeren Fachterminus überhaupt schon anwenden kann.

Gedenktafel Der Zeitgenosse Heines und Weltumsegler Chamisso war obendrein schon zu Lebzeiten ein bekannter Dichter.

Verwunderlich, fremd, manchmal fast romantisch, tüchtig und mehr oder minder geschäftstüchtig. Für den Leser sind es Ausflüge in eine andere Zeit und Welt, vom Kap der guten Hoffnung nach Australien und Südamerika, durch Urwälder und Gebiete, die erst mit Hilfe der Naturforscher karthografiert wurden, hin zu den „Wilden“ – pardon, zu den Naturvölkern, wie Siebold mit viel Nachdruck aus persönlicher Überzeugung unterscheidet.
Amalie Dietrich, die einzige Frau in der Herrenriege und eine botanische Autodidakton aus ärmlichem Hause mit einem eisernen Willen, sollte dem hanseatischen Großkaufmann Godeffroy, für den sie sammelnd in Australien unterwegs war, Skelette von Ureinwohner auf dem Schiffswege zuschicken, was sie neben Vogelbälgern, Holzproben, Waffen der Aboriginees und getrockneten Pflanzen pflichtschuldigst tat.

Die Authorinnen weisen darauf hin, dass die Herbarbelege der überaus fleißigen Dietrich bis heute unaufbereitet in Archiven schlummern und daher wahrscheinlich zahlreiche angebliche Erstentdeckungen auf das Konto von nach ihr auf dem australischen Kontinent Forschenden verbucht wurden.

Rückblickend – zugegeben eine unangemessene und verständnislose Perspektive – sind die heroischen „Entdeckungs“-Reisen nicht unumstritten und der ungefragte Kontakt mit den selbsternannten, gebildeten, wohlmeinenden, neugierigen und gleichwohl gierigen „Elite“menschen aus Europa für die Entdeckungen und Entdeckten oftmals kein Segen. Die klugen Köpfe und mutigen Reisenden sind nicht schuldlos und als bedeutende Kinder ihrer Zeit dennoch „unschuldig“. Persönlich empfinden wenigstens die akademisch gebildeten und empathischen unter ihnen die Ausbeutung der Kolonien – zumindest vom Menschen am Menschen –  als ungerecht und unwürdig, solange sie die schlechte Behandlung unmittelbar miterleben.

EIne lesenswerte, kurzweilige, naturhistorische Recherche der Authorinnen über ungewöhnliche, systematisch arbeitende Ausnahmemenschen mit Fernweh von Humboldtschem Format, die zum Nachdenken anregt. Auch die Literaturliste ist sehr ergiebig.

Ich werde es ganz bildungsbeflissen gleich ein zweites Mal verschmökern.

Wahnsinn!! Ohne den Popo vom Sesselpolster liften zu müssen, finden sich im Net leicht Fotos von Originalbelegen A. v. Humboldts.< Herbarbeleg von A. v. HumboldtQuelle: Herbarium Berolinense (Freie Universität Berlin)

Family: ARISTOLOCHIACEAE, Storage name: Aristolochia anguicida, Collection: Colombia: Leg.: A. J. A. Bonpland & F. W. H. A. von Humboldt 1373.

 

Eines der nächsten Bücher, das ich lesen möchte, wird wieder von Renate Hücking sein: Süchtig nach Grün

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