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Posts Tagged ‘Clematis’

Mit dem Schnittlauch erblühen die ersten Alliumsorten. Die blaue Periode im Garten, auch wenn die Kugeln weiß, purpurn und fliederfarben gefärbt sind. Eigentlich in genau den Tönen von Syringa.

Clematis Miss Bateman, Allium Purple Sensation, Akelei-Variante aus Tower Light Blue, Rhododendron Morgenröte, Hosta Risky Business, Hirschzungenfarn –
Die „Blaue Periode“ Mitte Mai.

2 Lauche mit hübschen Blüten sind verschwunden: A. cernuum und A. cearuleum syn. azureum (Award of Garden Merit, 1993, RHS). Diese Arten blühen später als der frühe Blumenlauch mit seinen großen Kugeln. A. thunbergii wäre noch eine Idee, herbstblühend. Möglicherweise braucht er das Jahr über trockene Freifläche und die gibt’s in den Beeten nicht mehr.

Eine weitere, schöne „Zwiebellilie“ ist der Berglauch (A. senescens ssp. senescens), eine bedrohte Wildart, die ihre blassrosa Blüten ebenfalls im Frühsommer öffnet und heute in Gärten häufiger zu finden ist als in freier Wildbahn. A. tanguticum und A. senescens muss ich mir näher zu Gemüte führen. Zartrosa blühende, große Horste aus Lauchkugeln, die im Sommer blühen, scheinen mir sehr attraktiv! Frostfester Deko-Schnittlauch, viel einfacher zu halten als z. B. die knoblauchige Exotin Thulbagia violacea. Manche Gartensorten sind steril und daher nicht invasiv – och, invasiv? Das wären die idealen Zwiebelblumen für den wilden Garten. Dort könnten sie so viel marodieren und wildern wie sie mögen und den Wühlmäusen davonwachsen! Mir fällt gerade ein, wilden, blassen Berglauch kenne aus dem Botanischen Garten. Dieser halbhohe Lauch soll wuchern? In einem offenen, sonnigen, trockenen Sandkasten vielleicht, aber bedrängt von Giersch und Quecke? Ausprobieren?

Auch A. narcissiflorum blüht im Sommer. Er hat zwar zauberhafte Blüten, dürfte als alpiner Spezialist jedoch nichts für fette, schwere Gartenböden sein.

Ein Geheimtip für nordische Gärten ist z.Z. Allium obliquum. Gelbgrüne Blüten, nicht extrem großblütig, doch wegen seiner gleichermaßen natürlichen wie auffallenden, hellen Farbe gut in Rabatten und Wildblumenwiesen einzusetzen. Asiatische Wildart für sonnige Kiesbeete, oder gut drainierte, sandig-lehmige Stellen.

Im Stadtgarten werden His Excellency, Globemaster (beide zum ersten Mal), Gladiator, Purple Sensation, A. christophii, A. nigrum und Ornithogalum magnum blühen. Gesitteten Schnittlauch zähle ich ebenfalls zu den gartenwürdigen Blumen, den Neapolitanischen Lauch hingegen zu essbarem Wucherkraut bis Unkraut. A. sphaerocephalon finde ich auf Anhieb nicht. 3 Pflanzen mit binsendünnen Trieben im vorderen Beet  könnten es sein.

Der Milchstern wird als Begleiter zu Globemaster empfohlen; ich setzte ihn zur Iris barbata media. Er zählt trotz seines Zwiebelgeruchs nicht zu Allium und ist ein Vertreter der Spargelartigen. Hier blüht er gerade eben noch zusammen mit den mittelhohen Schwertlilien und es ist fraglich, ob er Globemaster noch einholen kann.

Weißen Zierlauch – neben Großem Milchstern und A. nigrum mit seinen grünen Knopfäuglein in der Blütenmitte – brauche ich nicht, weil mit Sternmiere und Lunaria annua genug Weiß im Garten vorhanden ist, wenn der Lauch aufgeht. Ein paar reinweiße Akeleien ziehe ich gerade vor. Purple Sensation und Gladiator haben sich bisher zwischen den Stauden gut gehalten und sich aus Samen langsam ohne Zutun vermehrt. Wäre mehr Luft und Platz in der „grünen Hölle“, würde A. christophii es ihnen gleichtun. Was weniger gut aussieht, sind die schon vor der Blüte vergilbenden Blattspitzen, selbst bei kühlem, nassen Wetter. Eine Unart, die bei Globemaster offenbar nicht so stark ausgeprägt ist.

Die erste der 3 neuen Clematis blüht: Miss Bateman. Sie ist noch unschlüssig und breitet ihre weißen Blüten in Kniehöhe aus. Ein weicher, taubenblauer Schiller liegt auf den Petalen und anfangs spielen sie mit einem zartgrünen Mittelstrich.

Miss Bateman und Multi Blue – die ersten Clematis, die ich vor mehr als 10 Jahren gesetzt habe. Miss Bateman hat mich immer wieder verlassen. Vielleicht ist der Boden nahe der Mauer jetzt humos genug.

Ich hoffe sehnlichst, ich kann die Schöne überreden zu bleiben und sich wohlzufühlen, zu strecken und auszudehnen. Oft genug versucht habe ich es. Der Erdboden nahe der Ziegelmauer ist zu hart und vielleicht waschen aus dem Zement immer noch Stoffe aus, die Clematis nicht zuträglich sind. Clematis ist die einzige Pflanze, die mir im Stadtgarten zur Krönung der Romantik um diese Zeit fehlt – üppige Clematis! Kermit und ich werden die 15 Minuten Sonnenschein nutzen, den Baumschnitt kleinschnippseln und die Waldreben damit dick mulchen. Mehr Wald kann ich ihnen nicht bieten.

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Ich kann’s nicht lassen. Tulpen und Narzissen nutzen einen warmen Tag und schieben. Der Rasen ist nicht zu betreten, weil schon die ersten Blattspitzen der Tête-à-Tête-Narzissen hervorlugen. Der Garten bereitet sich vor, die Gartencenter locken. 3 Clematis haben sich geradezu aufgedrängt:

Arabella, Miss Bateman (die mondscheinkühle, hübsche Sorte wurde vom Garten vor einigen Jahren verschluckt und fehlt sehr) und Princess Diana, deren rosa Glöckchen ich aus dem Bot. Garten kenne.

Ich werde erst gar nicht versuchen, sie im Regenschatten der Gartenmauer anzusiedeln. Der Boden bäckt im Sommer durch und ist nicht humos und feucht genug. Und ich muss um jedes Tröpfchen Wasser mit Kermit kämpfen, der ein Auge auf seine kletternde Wasserrechnung hat. Das wird zu nervig. Die Neuzugänge kommen alle in Töpfe.

Princess Diana

Princess Diana gehört zu Clematis texensis, die sich durch elegante, reinrosa Glockenblüten hervorhebt. Ihre Tulpenblüten reißen zu gespreizten, vierstrahligen Sternblüten auf. 1868 wurden texanische Waldreben in Europa eingeführt und ermöglichten den Züchtern, ihrer Kinderschar klare Rosarottöne hinzuzufügen, finde ich im Net. Starker Rückschnitt gegen Ende des Herbstes oder nach den letzten harten Frösten, leichter Schutz des Austriebs vor Nässe. Blühfreudig.

Arabella (Clematis x diversifolia syn. integrifolia) klettert nicht gerne. C. integrifolia bildet aufgebunden einen hüft- bis mannshohen Busch, oder sie kriecht über den Boden. Mir kommen diese Clematis etwas licht besetzt mit Blüten und kleinblütig vor. Dafür sind die Züchtungen dieser Sektion nicht sonderlich anfällig für die verhasste Clematiswelke und bilden ohne Kletteranleitung  einen gut kniehohen, stark in die Breite gehenden, natürlich wirkenden Bodendecker mit blauen Blüten, die über einen langen Zeitraumm erscheinen. Harter Rückschnitt im Spätherbst oder am Jahresanfang nach den stärksten Frösten (d.h. wie Princess Diana, Schnittgruppe 3, in der Ruhephase stark zurückschneiden).

Miss Bateman ist eine großblumige Hybride, die von Charles Noble in Surrey im Jahre 1869 gezüchtet wurde. Sie erhielt die Auszeichnung AGM. Eine besonders schöne, unschuldig weiße Sorte mit verblassendem, lichtgrünem Strich, die duften soll. Sie war unter den ersten Kulturwaldreben, die ihren Weg in unseren Stadtgarten fanden – und wieder verschwanden. Schnitt Gruppe 2; daher kaum bzw. nicht stark schneiden und nur vertrocknete Triebe entfernen – wird über Gruppe 2 gesagt. Einige Clematisfreunde schwören darauf, die Gesundheit und Blühwilligkeit ihrer sommerblühenden Hybriden zu erhalten, indem sie sie im Spätherbst auf die Hälfte einkürzen, gelegentlich alle paar Jahre evt. einen stärkeren Verjüngungsschnitt anwenden. Andere Gartenbesitzer stutzen im Februar, wenn junge Triebe gut sichtbar sind, etwa um 30% bis zum vitalen Neuaustrieb. Nach dem 1. Flor etwas düngen, um die 2. Blüte zu fördern.

Ich überlege, ob ich nicht zusätzlich eine rote viticella, nämlich C. viticella Rubra (als Rubra ist sie im Geschäft ausgezeichnet; eine vom Namen her strittige Sorte, die eigentlich eine sehr alte, weinrote Auslese aus viticella ist – aber dann würde das mit der Einführung des superben Rosas aus Texas 1868 als Stammutter der roten Farbpalette moderner Clematis nicht ganz stimmen) oder lieber noch eine Kermesina (Lemoine, 1883) kaufen möchte.

Zarte Geisha mit idealem Mondgesicht; C. patens

Warshaw Nike aus Polen ist ebenfalls im Rennen; eine Hybride aus Clematis patens. Philipp Franz von Siebold brachte die Art um 1830 aus Japan mit; beschrieben und benannt wurde die Offenblütige Waldrebe 1836. Die Stammform der großblütigen Gartensorten sieht ganz bezaubernd aus und ähnelt Miss Bateman, nur nicht so kontrastreich; etwas zart perlmuttlavendel gepudert. Eine zweifarbige, spektakuläre Clematisvarietät von Clematis florida , die er bei seiner Rückkehr 1829 dem Bot. Garten von Gent vorstellte, wurde nach Siebold benamt: Clematis florida var. sieboldiana. Das Internet verhilft dem botanischen Schatz seit einiger Zeit zu einem Revival. Irgendwann werde ich den auffallenden Solitär anschaffen – ’s ist nur eine Frage der Zeit, der Nachbarn und der Gelegenheit.

Jetzt müsste ich nur noch herausfinden, warum die großblütigen Kultusorten mal zur Gruppe von C. patens und mal von C. lanuginosa gehörig bezeichnet werden und worin gärtnerisch der Unterschied liegt, falls es denn einen gibt (1x oder 2x blühend, Habitus Strauch / Liane, Ursprung Japan oder China oder beides, Frosthärte, Blütezeit etc.) – oder auch nicht. Warshaw Nike ist mir sowieso etwas zu rötlich; blauvioletter würde besser passen. Wahrscheinlich ist der Stammbaum heutiger Kreuzungsprodukte mit ausladenden Schaublüten so alt, verzweigt und bunt gescheckt, dass solche Finessen nicht mehr maßgeblich und im Einzelnen nicht nachvollziehbar sind. Die behaarte, großblütige Art C. lanuginosa syn. florida subsp. lanuginosa aus China wurde offenbar mit Ende des 19. Jh. nicht mehr zur Vergrößerung der Blüten eingekreuzt, obwohl die Art auf derselben Site als evt. Elternteil von Arabella (1994) vermutet wird.  (s. >hier<).

Aus wiki: „Many of the most popular garden forms are cultivars belonging to the Viticella section of the subgenus Flammula as defined by Grey-Wilson. These larger-flowered cultivars are often used within garden designs to climb archways, pergolas, wall-mounted trellis or to grow through companion plants. These forms normally have large 12–15 cm diameter upward-facing flowers and are believed to involve crosses of C. patens, C. lanuginosa and C. viticella.[12] Early-season, large-flowering forms (e.g. „Nelly Moser“) tend towards the natural flowering habit of C. patens or C. lanuginosa while later-flowering forms (e.g. x jackmanii) are nearer in habit to C. viticella.“

Wie die Familienbande der Reben auch immer gelagert sein mögen, wichtiger für die Praxis ist, die Bedürfnisse und Wüchsigkeit einer Clematis und deren Einstufung  zu Gruppe 1, 2 oder 3 zu kennen, um zu wissen, ob, wann und wie eine Sorte geschnitten werden sollte und wie sie auf den leichten, mittleren und starken Schnitt reagieren wird. Wobei ich finde, soviel kann man gar nicht falsch machen, wenn man auf die Blütezeit achtet.

Die Auswahl an Clematissorten ist in diesmal ganz erstaunlich. Sorten wie Princess Diana gab es in den Vorjahren nicht.

Edit: Hurra! Volltreffer. Es geht doch nichts über ein offenes Auge, ein geschultes Gartennäschen und einen Beutezug durch die bevorzugten Gartenläden: Die neuen Clematis sind allesamt mit der AGM-Auszeichnung versehen.

Edit 2: Nicht so richtig schön und zart romantisch und offen und scheibenförmig, aber dafür dauerhaft in hartem Kalkboden, zeigt sich Multi Blue. Es geht ihr nahe der Mauer bei trockenem Sommerstand nicht wirklich gut, aber sie gibt nicht auf. Hartnäckige Sorte. Ungefällig wirkt sie deshalb, weil ihre äußeren, breiten Petalen bald vertrocknen und nur das gefüllte, strubbelige, kleinformatige Herz stehen bleibt – das dafür umso länger.

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Unter der Feige geht's den ausgepflanzten "Topf"-Liilen"gut

Orange mit Sommersprossen – die orangen Lilien sind die ersten, die wie zwei Topflilien, die ich unter die Feige in den Kübel ausgepflanzt hatte, bereits blühen.

Von der Hauswand nickt ‚Blue Angel‚ (Clematis viticella). Sie lässt sich gut im Kübel halten und ist hart und robust. 3 m weit klettert sie in den wilden Wein. Ihre lockeren Blüten sind sanft silberblau bis helllavendel, gekreppt und manchmal nur mit 4 Blütenblättern besetzt. Ab und zu gefällt es ihr, die Blütenspitzen in grüne Farbe zu tauchen wie eine C. Alba luxurians. Zuverlässig kommt sie jedes Jahr wieder und blüht fleißig. Natürlich ist sie zierlicher, lichter und nicht so auffallend wie die großblütigen Hybriden, die mir allerdings bisher wenig Freude machten und schwächelten. Sie mögen meinen Garten nicht. Na dann, dann nehme ich eben viticellas. > LWG

Leuchtende Frühsommersonne:

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