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Posts Tagged ‘Hemerocallis’

Link gefunden auf der Website der Stadt Potsdam, während ich mir Gedanken machte, dass Karl Foerster mit seinem heute sehr werbewirksamen Spruch, Taglilien seien ideale Stauden für den intelligenten Faulen ja nicht sämtliche Taglilien gemeint hat, die z.Z. über den Markt wandern. Die meisten Schätzchen hat Herr Foerster nie zu Gesicht bekommen, logisch. Wann hat er die folgenschwere Aussage getroffen, die heute alle Händler pauschal ins Feld führen und denen enthusiastische Liebhaber blindlings folgen? 1920? 1940? Damals kann es noch nicht allzu viele verspielte, farblich aufgeputzte, tetraploide, gerüschte Taglilienzüchtungen gegeben haben, die bunt schillernd die Gärtner anziehen wie Motten das Licht.

Gefördert wurde die Frage durch den Besuch des wilden Gartens bei klarer Sommerhitze, die zahlreichen Hemerocallis schwer zu schaffen macht. Sie benötigen Unmengen Wasser und die Farben verbrennen, bräunen oder bleichen trotzdem. Neben den klaren Farben des Sommerphlox‘ sehen Hemerocallis in Mauve geradezu ridikül fehlfarben, duster, grau oder fleischbraun aus. Schwaches Bild.

Pflegeleicht sind sie, das stimmt nach wie vor, aber nicht ganz unempfindlich oder jedes Jahr gleich schön. Sie gehen bei der Hitze nicht ein, doch die Blüten sind teilweise unbefriedigend. 2013 ist kein großes Taglilienjahr. Nach 4, 5 Jahren habe ich kaum Lust auf unschöne Überraschungen der wandelbaren Diven. Auf Dauer überwiegen die Enttäuschungen die Freuden. Spannend ist die Warterei, aber sie wird nicht richtig belohnt. Jedes Jahr haben viele meiner Taglilien eine andere Ausrede, warum es diesmal wieder nicht hat sollen sein oder misraten ist. Natürlich kannt man chice Fotos machen – von 1 Blüte, die zufällig mal so geraten ist wie sie sein sollte. Manche Sorten sehen nur im günstigsten Ausnahmefall wirklich gut und sortentypisch aus. Wenn sie violett nicht können, okay, nehmen wir für bläuliche Töne etwas anderes als Hemerocallis.

Tuxedo Moon im Hochsommer. Farblich so gerade eben tolerabel. Die Form ist allerdings verklemmt und verungückt, wie letztes Jahr schon. Und wo ist bitte der „Halo“, der hellere Hof um den gelben Schlund? Das Bisschen??!

Viele der „blauen“, violetten, bepuderten, tiefroten, fast schwarzen, nachmittags und abends fotogen wirkenden Beauties geben während der Hundstage ein Bild des Jammers ab. Erschwerend hinzu kommt, dass manche wirklich ewig brauchen, bis sie ansehnliche Horste gebildet haben und größere Bestände im Frühjahr unweigerlich Gallmücken und Schnecken anlocken. Und dazu die ärgerlichen Fehllieferungen, die in meinem Falle um die 5 – 10 % ausgemacht haben. Halbschatten mag bis zu einem gewissen Grade toleriert werden, starker Wurzeldruck und Drainage unter Bäume kaum. Sie beanspruchen also die besten Plätze im Garten – dann sollten sie wenigstens halbwegs zuverlässig und adrett blühen!

Kritisch merke ich mir die Sorten, die in greller Julisonne unbeeindruckt ihre Farbe behalten. Im Gelb- und Orangebereich zeigen sich viele stabil. Auch einige rote wie Over there und lachsrosane bis melonen-farbene wie Judith halten stand. Bei weißen macht es nichts, falls sie blasser werden. Bestimmte Sorten vermehren sich stetig und blühen und blühen (z.B. Rocket City, Aten, Allenhurst Fairy, Judith, Frans Hals, White Tie Affair, Butter Pat). Ganz entzückend geformt und proportioniert sind auf ihre Art Indonesia und Bambi Doll mit ihren gewellten Trichterblüten mit schmalem Schlund; keine kurzen Minis, doch zierlich und anmutig gebaut. Always a Pleasure ist ganz farbstabil; dottergelb mit breitem, rotem Ring. Das sind im Jahre 2013 die Hemerocallis für den intelligenten Intelligenten. Die werde ich unfaul und intelligenterweise vermehren und großflächig setzen.

Der Stern von Rio ist dieses Jahr braun-gelb. Bei einer Blüte lässt er sich etwas Besonderes einfallen:

Doppelte Blüte

Wenn ich meine Pflanzen so genau beobachte wie Foerster, komme ich fast zu dem Schluss, dass 90% der ach so tollen, neueren Taglilien, die es in Regenbogensorten zu kaufen gibt, in meinem wilden Garten nichts zu suchen haben und nicht ohne Einschränkungen geeignet sind – oder man müsste den kontinentalen, trockenen Sommer abschaffen und den Garten in dunstige, kühle Höhen verlegen.

Freude und Ärger im Garten – ein Lesebuch von Karl Foerster.

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Tjo, im Stadtgarten ist es schön. Er ist z.Z. das genaue Gegenteil des wg. Zeitmangels fast verwahrlosten, wilden Gartens.

Hemerocallis Rue Madelaine blüht üppig (4 Fächer, 3 sehr gut verzweigte Blütenstiele – ein Prachtstück!), Wicke Wiltshire Ripple quetscht sich in den Maschendraht, Lilium Royal Trinity baut helle Leuchttürme und hört nicht auf zu blühen – wäre auch schwierig bei den Unmengen von Knospen. Eine verrückte, gepunktete Lilie blüht zu ersten Mal, nicht weißgrundig, leicht gelblich, obwohl sie weiß und purpurn gesprengselt sein sollte. Kunterbunte Kapuzinerkressen, die orange anfangen und gelb aufhören, weil mehrere, weit auseinanderliegende Farbkombinationen an ein und derselben Pflanze auftreten.

Der erste Phlox blüht seit 1 Woche. Weiß.
Potpourri

Rue Madelaine hat ab dem 3. Standjahr keine Probleme mit der farblichen Orientierung. Sie startet von 0 auf 100 in der richtigen Farbe und Form. 2013 schafft es nicht mal Dauerregen, den morbiden, blutrünstigen Puder ihrer großen, rundlichen Blüten zu verwischen. Brave Taglilie!

Die Schönheit im trockenen Riesenbalkonkasten des eingefassten Stadtgartens ist dem andauernden Regen zu danken. Ausdauernder, weicher Sommerregen …

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White Formal versucht zum ersten Mal eine Blüte – leider zerstochen

Hätten wir nicht tun sollen. Wir hätten nicht in den wilden Garten fahren sollen. Mit langem Gesicht – stark untertrieben – komme ich von bis auf spärliche Rippchen abgefressenen Dahlien, auf 15 cm reduzierte Cosmeen, verzwergten Wicken ohne Orientierung (nach oben), faulenden Hemerocallisblüten, liquidierten Sonnenblumen und platzenden Stachelbeeren zurück. Der Anblick der zerstochenen, verquollenen Taglilienblüten ist ein Jammer. Von wegen, Herr Foerster, Stauden für den intelligenten Faulen! Was hilft die gesammelte Intelligenz und Fürsorge gegen eine Gallmückeninvasion?!

Selbst die Rosen im wilden Garten sind dieses Jahr enttäuschend. Natürlich sagt der Zustand eines Gartens im Großen und Ganzen mehr über die Gärtnerin aus als über den Garten. Alle 2 Tage jäten, hacken und den Boden locker und wegen der Wühlmäuse in ständiger Bewegung halten, sensen, Schnecken zerschneiden und mulchen und alles wäre halb so schlimm. Pflügen wäre das Beste. Jedes Jahr Kartoffeln und der Boden ist unkrautfrei. Nur sind Kartoffeln in der Vase doch recht unbefriedigend. Um zu einem schlüssigen Fazit zu gelangen, braucht es nicht mal die verblindete Rasteranalyse der gesammelten, paranoiden Geheimdienste mit Sammelwahn, selbsterfundener Notwendigkeit und Google-gestützer Geschäftstüchtigkeit. Simplicity. Immer alles innerhalb legaler Spielpätze bezogen auf schmale Landesgrenzen und rechtsfreie, überschneidende, permeable Oasen. Haust du meinen Juden, verrate ich dir deinen mutmaßlichen Terroristen; ganz legal und im Austausch unter befreundeten Spionage-Funktionären abgesichert. Herr Baum, Sie kommen 15 Jahre zu spät, um der FDP ihre angestammte, individualistisch-liberale Politik unter gestandenen Juristen, Ärzten, mittelständischen Unternehmern, vom Aussterben bedrohten Freiberuflern und Apothekern zu weisen. In der Deckung wohl lieber richtig viel Geld verdient in der parteifreien Zeit, gelle? Ja, so sind wir alle – angeblich; verständnisinnig. Kommod. Der frühe Vogel erntet ein läppisches Eintagswürmchen unter raunenden Gleichgesinnten und der späte Kräher hat so Recht wie ein Merkelkonterfei inmitten von publizistisch wirksamen Massenszenen auf Fußballplätzen. Blähungen. Abgesichert und stumpfsinnig bis zur Plakatwand. Ab einem gewissen Punkt werden da Gartenlilien + Plümelein rund ums Häusle relativ uninteressant und nachrangig. Mann, Maus & Merkel hüte sich vor den Jahrgängen rund um Georg Schramm, sollte man zum konformen Establishment mit oder ohne Gärtlein gehören ;)! Möglicherweise helfen 300 l fassende Bierfallen gegen breitärschige Schneckenschleimer?

Ein schwacher Trost: Die letzte weiße Vexiernelke und spärliche Blüten v. Abraham Darby

 

Kermit ist stark angeschlagen und kann nicht helfen. Guten Willens und liebevoll, wie er ist, tut er es dennoch, mir zuliebe, was z. Z. garantiert und ernstlich ungesund für ihn ist. Ohne seine Hilfe geht es nicht. Viel zu viel Arbeit für eine Nase. Die Beerensträucher biegen sich unter ihrer Last zum Boden; die Beeren schmecken noch nicht aromatisch. ABER: Diverse Kilos rote Johannisbeeren und Stachelbeeren sammelt mein Lieber einfach so nebenbei ohne Murren und Klagen. Der Mann ist einfach anders gepolt als ich! Gott sei’s gelobt und gepfiffen.

zerbissene Dahlienstümpfe

Eine gebeutelte Ex-Dahlie

Wir kriegen das hin! Fragt sich nur, ob ich einen Garten mit Blütengehölzen und schneckenfesten Pflanzen für Parkanlagen im Schweiße des Angesichts für Nachbarn außerhalb meines Wohnorts etablieren möchte, wo es doch genug Gärten gibt, die ich ganz in der Nähe ohne Arbeit und endlosen Einsatz genießen kann. Nicht einmal Rosen kann ich diesmal ernten. Mist! Gäbe es die vielen – nicht ganz billigen – Hemerocallis nicht, wäre ich geneigt, das Handtuch zu werfen. Ohne Sortenangabe und unbeschriftet kann ich sie nicht mal bei ebay verkaufen. Der Garten soll mich erfreuen, nicht versklaven und er ist mir gerade so lästig wie ein abhängiges Haustier.

Verärgert verpasse ich den langen Trieben von Constance Spry und dem Schneeballbaum einen Radikalschnitt – und fahre nach Hause, um in Blumen zu baden. Im Stadtgarten ist meine geschützte Gartenwelt in Ordnung. Wenn ich die Bäume schneide. Sonst wird hier die nächste Gartenebene eingeläutet: Der ornamentale Garten im Schattenbereich. Nee – lieber viele, viele Blumen!

Blödes Gartenjahr. Alles in allem bisher kein guter Sommeranfang im wilden Garten! Zu wild!

Irgendwas wird mir einfallen (müssen), und seien es rosa Zwergspieren, Bibernellrosen, mächtige Parkrosen – egal welche Sorte -, Fingerkrautsträucher, mehr Kolkwitzie und Weigelie, Lonicera-Büsche, Blasensträucher, Aruncus, Miscanthus, breites Geranium Ingwersen, Schneefelberich, Gartensorten von Wieseniris, Eiben mit Formschnitt, Rhododendren, Buddleja, ein paar Obstbuschbäume, Wurmfarn, Frauenmantel, Akeleien, Wiesenraute, hellviolett blühender Gartensalbei, Papaver rupifragum und Welsh Poppies im Dutzend, Rainfarn und Bastardmalven in dichter Bepflanzung.  Mit zuviel sanfter Gartenromantik ist keine Lösung in Sicht, die einen nicht vor Arbeit auffrißt. Die Frage ist, wäre das dann noch mein süßer Gartentraum? Warum sollte ich in einen Park fahren, der gut verwaltet ist, meinem Schönheitshunger jedoch keine Blumen schenkt? Und was blüht im Hochsommer und Herbst? Evt. eine Rosennachblüte und eine Sieben-Söhne-des Himmels-Heckenkirsche, sonst nichts („Is‘ ja doch ’ne Menge. Hermeline fressen gerne fette Wühlmäuse“, meint Kermit seelenruhig lesend. „Schon. Und mir fällt noch 3x so viel aus dem Stehgreif … Hermeline? Habbichnich, die Stinkerchen“, meine ich). Außerdem wären da noch die Kosten, die eine breitflächige Pflanzung verursacht, die grundlegende Ordnung bringen soll, wenn man eine ideale, wechselnde und abwechslungsreiche Rabattenbepflanzung mit typischen Garten-Blütenstauden plus Einjährigen vergisst. Das fruchtbare Stück Land voller Wühlmäuse und Schnecken ist ja nicht mein Grund und Boden und wird es auch nie sein …

Nee, nee. Frust pur. Vielleicht hatte ich mal Zeit für soooooviel Garten, doch das ist schon länger her. Relativierend wirkt der Blick in die Beete der Gartennachbarn. Ah so. Sie waren in der verregneten Zwischenzeit auch nicht im Zweitgarten. Es sieht nicht so adrett aus wie sonst. Einfach ein doofes Gartenjahr, das frau durchstehen muss.

Im Moment bin ich bedient. Was haben wir doch für einen schönen Garten mitten in der Stadt. Lilien, Rosen – wunderbar. Und so handlich.

So, genug gestöhnt für heute. Mir ist schon viel wohler und optimistischer 😉 Schaun mer ma, ob es das Supersonderangebot für Zwergspieren noch gibt. In Großpackungen für die Bepflanzung von Gleisböschungen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Garten.

Fertig. Strich drunter. Der neue Salbei ist übrigens eine Wucht. Riesenblütig, delikat, breit, hübsch, wüchsig. Den werde ich vermehren.

Manche harten Wildstauden blühen ungerührt und trotzen allen Widrigkeiten; z.B. Aruncus und Persicaria polymorpha – falls der aufrechte Blührhabarber aus der Knöterichfamilie heute immer noch so heißt wie ehedem.

Waldgeißbart, Staudenknöterich und zerstöre Taglilienknospen

Waldgeißbart, Polygonum polymorphum und von Schnecken und Gallmücken zerstörte Knospen der Taglilie Outrageous

So – und nun entscheide ich, ob mein Ausflug in den konsumierenden, niedlichen, erzprivaten Gartenbedarf hiermit beendet ist und ob ich aktiv werde. Wenn die Arschlöcher diverser Geheimdienst eh am Kabel lutschen wie jeder gewähnt hatte – na dann. Schluss mit lustig und Hobby, Home & Handwerk in kuscheligem Rahmen.

Going underground – bis auf weiteres. Also wahrscheinlich bis morgen. Katastrophen sind dazu da, möglichst schnell und klanglos verwurstet zu werden und anschließend den Verlockungen des lieben Alltags NICHT zu widerstehen. Sonst hießen die Einschnitte im Bewusstsein nicht anmaßend Katastrophen – s. Klimakatastrophe –  sondern Weltuntergang oder finaler Fangschuss 🙂

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Eine meiner Lieblingstaglilien (Rue Madelaine von Bob Carr, 1992 -EM, Re, Ev, Tet, Ext; Midnight Magic x Matt) hat einen dubiosen Namen, was mir bisher nicht klar war.

13, Rue Madeleine in Le Havre war die Adresse eines Gestapo-Hauptquartiers und der Titel eines patriotischen Spionagefilms (1947) von Henry Hathaway mit James Cagney, der nach über 60 Jahren kaum anzusehen ist. Ein simpel gestrickter, halbnaiver Werbefilm für den Intelligence Service, eingeleitet von einem sonoren, pseudo-aufklärerischen Kommentar im Brustton des Siegers, unterlegt mit aufdringlicher Heroenmusik. Schwarz-weiß. Und überall stapft ein über die Maßen resoluter Cagney durch die Szenerie.

Eine „Rue Madelaine“ in Paris gibt es nicht und würde sich schreiben wie Boulevard de la Madeleine. Unbefangen fiel mir zu der purpurdunklen Taglilie Afrikanisches, Starkes, nicht unbedingt Blutiges oder ein Film ein. In diesem Sinne heißt ein Kind der Schönen aus der Zucht von Carr geradezu folgerichtig African Diplomat. Möglicherweise wusste der Arzt Dr. Robert Carr nichts von dem Film. Da er von 1935 – 2007 lebte, könnte es aber hinkommen, dass der Streifen den damals 12 oder 13-jährigen beeindruckt hat bzw. dass er amerikanischen Movie-Fans bekannt ist. Der Name einer seiner prämierten Hemerocallis Pearl Harbour ist ja auch zumindest zweideutig und spielt mit amerikanischer Kriegsgeschichte; in den Staaten evt. eine patriotisch-verkaufsfördernde Benennung? Hm, sollte ich jemals eine orange Taglilie aus Zufallsämlingen erhalten, nenne ich sie Agent Orange oder Starfish Prime 1962 – höchst originell, einprägsam und durchschlagend! 😉

Was mir am wahrscheinlichsten erscheint, ist, dass er einfach eine passende, französisch und chic klingende Variante zum Namen seiner Frau Sherry Lane Carr suchte und deshalb ein A in Rue Madelaine verwendete. Es klingt so wie Lane. Eine frankophone Hommage an eine rassige, verführerische, geheimnisvoll gefärbte, großblütige Hemerocallis mit Volants und an seine Frau. Es könnte natürlich der Fall sein, dass eine Straße in einer amerikanischen Kleinstadt so heißt, weil dem Bürgermeister die französische Schreibweise nicht geläufig war, oder dass es sich um das Lieblingsrestaurant von Carr, seinem Onkel, der Nichte oder Schwiegermutter oder seine Segeljolle, ein erfolgreiches Rennpferd, das kleinstadbekannten Etablissement für Junggesellenfreizeitgestaltung oder den Einfall seiner Frau gehandelt hat. Oder es ist schlicht ein Tippfehler. Alles besser als ein Gestapo-Bunker und ein antiker Kriegsfilm!

>Rue Madelaine mit a bei der AHS<

„1992 saw Bob’s first eight introductions, among them were: ‚African Diplomat‘, ‚Rue Madelaine‘, ‚Tennis Bracelet‘. This was the beginning of 134 introductions over 14 years. Bob’s last introductions were in 2006 and included the incredible ‚Wonder Of It All‘, which was his favorite. Many of his cultivars are still being used by hybridizers today. He was dedicated to hybridizing for form,
scape height and bud count. Another of Bob’s favorite daylilies was the 1993 introduction, Sherry Lane Carr‘, named for his wife.

His daylily business was named simply, “Bob Carr’s Daylilies.” There are no daylilies left at the Ocala, FL farm. His cultivars are available through the secondary market from individuals who purchased his introductions.

Bob was never very interested in AHS awards but did submit names for consideration when approached to do so. So far he has garnered 24 Honorable Mention awards and the Award Of Merit for three of his cultivars, ‘America’s Most Wanted’, ‘Pearl Harbor’, and ‘Sherry Lane Carr’.“ (Lee Pickles, Chattanooga Daylilies, 2008)

Mittlerweile gibt es Bilder von Rue Madelaine im Net; das auf der Website von Juhr ist falsch und der Name lautet eben nicht Madeleine.

Candied Popcorn Perfection und Rue Madelaine von Carr habe ich. Theroretisch – Candied Popcorn Perfection sah ich bisher nicht blühend. Was der Züchter auch immer ausgedacht – oder nicht gemeint – haben mag, Rue Madelaine und meine Wertschätzung ihrer guten Eigenschaften tangiert es in realiter nicht mal periphär.

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Immer noch gibt es in meiner Bestandsliste viele Lücken von Kultivaren, die sich bisher nicht zeigten oder die ich verpasst habe. Etwa ein bis zwei Dutzend sind erst letztes oder dieses Jahr hinzugekommen. Andere sind verschwunden, angenagt oder dauerhaft widerspenstig, lahm und übellaunig. Fehllieferungen werden immer ärgerlicher.

So sieht’s aus (Fragezeichen bedeuten keine Blüte bis dato oder ohne Blüte in 2012 oder unklare Sorte):

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Der Zücher von Mayah Rose ist nicht herauszufinden. Dabei gibt es mehrere Sorten, die mit dem Zusatz „Mayah“ beginnen: Mayah Liebling, Mayah Perfume, Mayah Purple u.s.f. Dubios. Denn eine holländische Gärtnerei gibt an, Mayah Rose sei tetrapolid – woher weiß der Anbieter das? So stattlich gebaut ist sie doch nicht. Kein Züchtername, kein Jahr.

Mayah Rose

Mayah Rose – ältere, ansprechende, rosige Sorte (von Mayah ?)

Offenbar eine Liebhaber- bzw. eine unregistrierte Sorte. Möglicherweise Zufallssämlinge oder namenlose aus genau dieser holländischen Gärtnerei, die für den Vertrieb als inoffizielles Label „Mayah“ verwendet? Von einem Zücher namens Mayah habe ich jedenfalls noch nie gehört und sämtliche Mayahs bietet nur diese niederländische Gärtnerei an. Merkwürdig.

Natürlich MUSS niemand seine Züchtungen gegen eine Gebühr bei der American Hemerocallis Society registrieren lassen. Jeder Liebhaber kann im eigenen Garten kreuzen und die Ergebnisse so benennen und vermarkten wie es ihm beliebt.

Für mich hat es den Anschein, dass sich hinter dem Namen „Mayah“ die holländische Gärtnerei verbirgt, wenn ich mir das Plakat zur Einführung der Sorte Mayah Showgirl von 1999 anschaue. Anderseits ist hier als Züchter von Mayah Decatur aus 1992 ein gewisser Mayah eingetragen. Es bleibt nebulös – oder es handelt sich um einen Generationswechsel bei der Übernahme einer alteingesessenen Gärtnerei. Joosten gibt es seit 18 Jahren; erst, möchte ich fast sagen.

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Jedes Jahr werden es ein paar mehr, die ich zu Gesicht bekomme, je nach dem, wie groß die Horste und wie gut entwickelt die Blütenschäfte sind. Mittlerweile finden sich einige darunter, die ich nicht mehr missen möchte. Von ca. 130 Sorten und Arten habe ich nach und nach vielleicht 75% fotografieren können; in diesem Jahr etwa 70 Sorten der Sammlung. > Slideshow (Passwort: Hem2012)

Amethyst Jewel hat immense, fast wuchtige Blüten

Der Stern von Rio ist eine lohnende Anschaffung für den Landschaftsgarten mit fabelhafter Fernwirkung. Bambi Doll hat trotz des doofen Namens etwas Spezielles an sich. Durch das schmale, dunklere Herz wirkt die helle, eben lachs getönte, edel geformte Hemerocallis besonders harmonisch, rein und strahlend. Charles Johnston tritt durch den entzückend kirschroten, im Anflug bläulichen Ton und die perfekte Form hervor. Giganten wie Amethyst Jewel und Jumbo Jet (beide von Jasinski) verzeiht man die Nachlässigkeit in der Blütenform, die es bei aufgeblasenen Riesenblüten öfters gibt. Manchmal sehen sie aus wie Pfannkuchen. Boneless. Übergroße Wollpullover mit wenig anmutiger Haltung. Amethyst Jewel ist etwas unentschlossen in der Farbigkeit und der funkelnde Name schmeichelt. Aber stark wie schwergewichtige Puten im Vergleich zu Hühnchen, Täubchen, Wachteln und Fasanen sind sie. Evt. ist die niedrigere, offene, breit glockige, ein bisschen gezipfelte und schön geformte Indonesia, die nahezu dieselbe mandarinenblassgelbe Farbe wie die riesenwüchsige Jumbo Jet mit ihren Dumbo-Ohren zeigt, doch die verspieltere, charmantere Taglilie, die ganz wunderbar zur kupferorangen Mauna Loa passt.
Final Touch war von Anfang an eine Bereicherung, Rue Madelaine wird immer schöner, Mr. Lucky ist ein roter Traum en miniature, wenn alles gut läuft und die Pigmentierung gleichmäßig ausfällt, Taunus Purple Candy wächst zuverlässig in die Breite und ist empfehlenswert, Outrageous strahlt feurig und kontrastreich.

What a Dandy von Joiner, 1992, Rebloomer

Wie üblich gibt es Rätselkandidaten (White Tie Affair, White Formal, oder Mikimoto Pearls? Wo is who und wer is where?) und einige Phantome, die ich noch nie blühend gesehen habe: AtlasSerena Sunburst, Siloam David Kirchhoff, Sil. Double Classic, Sil. Paul Watts, Cherry Valentine, Christmas is, Candied Popcorn Perfection, Chicago Apache, Magic Carpet Ride, Margaret Mitchell, Night Embers, Real Wind, Sweet Stuff, Velvet Plush etc.

Falls das bräunliche, verwirrte Gespenst Tovarich sein sollte, werde ich mich von ihm trennen. Bräunlich mit etwas rot – puuuh! Eine Spider, die von Juhr stammen soll, hat dieselbe Vorliebe für stumpfes Braunrot. Fälle für gelbe Nachbarinnen und Schmeichlerinnen, die nichts gegen Brauntöne einzuwenden haben?

Ein schwieriger Kandidat scheint Tuxedo Moon zu sein; nicht eine einzige Blüte von normaler Gestalt hat diese Sorte im dritten Jahr fabriziert. Alles klemmte, klebte und saß fest.

What a Dandy blühte zum ersten Mal. Nun ja, eine zurückhaltende Erscheinung, würde ich sagen. Nicht direkt typisch für einen Dandy. Ob man die braucht? Und was soll das bitte für eine Farbe sein? Lavender? Ururaltrosa? Verratichnich bis griesgramgrau? Sollteviolettwerden? Wie wird sie mit mehr Blüten in 2 Jahren wirken? Kann nur besser werden … das üben wir nochmal.

Farbenvielfalt

Es sollten möglichst unterschiedliche Taglilien sein, und das ist geschafft. Im Großen und Ganzen kann ich zufrieden sein und den Buchdeckel über dem Kapitel „Taglilienblüten 2012“ schließen. Auf ein Neues in 2013. Neues Spiel, neues Gück!

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