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Posts Tagged ‘Lilien’

Einige Pflanzen gehen ab wie Schmidts Katze, andere wider Erwarten nicht.

Manche Rosen explodieren sogar an schattigen Stellen, andere lahmen selbst mitten im Vorzugssonnenbeet. Fehllieferungen über Fehllieferungen; nur selten ein glücklicher Zufall. Schwierig wird’s, wenn große Rambler unter den Verwechslungen sind. Auf diese Art lerne ich zwar einige große Rambler und Kletterrosen kennen – Blush Ramber und Bobbie James (welcher kleine Garten soll den aushalten?) – bin aber nicht gerade glücklich damit, ständig Rosen zu versetzen oder zwischenzuparken, weil sie verdächtig gut wachsen und zu schnell in die Höhe und Breite gehen. Kaum unterzubringen, all die Clair Matin, Alchymist und Climbing Iceberg, die mir statt zurückhaltenderer Rosen untergejubelt wurden, auch wenn sie eigentlich schön sind und mir am Ende etwas zum Thema Platz einfällt.

Ich fasse mich in Geduld. Einige Rosendamen brauchen ewig. Die Zickerei kenne ich schon. Ganz normal.

Es stellte sich heraus, dass der kleine Hang nicht richtig terrassiert ist und nur aus einer Betontreppe mit einer schütteren Lage Erdboden besteht. Die Sonde stößt schnell auf Grund. Das trat bald zutage, weil der Maulwurf die Erde von oben nach unten abtrug und -trägt, bis die Rosen nichts mehr unter den Füßen haben. Na toll. Darauf Rosen etablieren zu wollen, ist sinnlos. 3 sind schon verdorrt, obwohl ich immer wieder Erde nachgekippt habe. Dieser Garten ist voller Feinde, die es allesamt auf meine Schätzchen abgsehen haben! Auf die Elfendistel z. B.

Was aber trotz Schnecken, Mäusen, Ratten, Wühlern und Tiefbauarbeitern gut funktioniert, sind Lilien. Und Primeln; selbstgezogene polyantha, weiße juliana mit goldenem Auge und viktorianische auf Stängeln. Und Färberkamillen in gold und Sauce hollandaise. Und Rosen, wenn sie zufälligerweise robust und wüchsig sind, am richtigen Platz stehen und rechtzeitig Gas geben. Aber vor allem Giersch.

Es bleibt spannend. Puh! Viel Feind, viel Ehr, viel Arbeit – und summa summarum viel Freude.

Geht doch. ‚Pretty Woman‘ 2019

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Einige Lilien wurden von den Mäuse übersehen.
Scarlett Delight von LaVern Friemann blühte üppig. Sie wirkt wie eine Verbesserung der höheren, kleinblütigeren, matteren, fast rußigen Black Beauty, die ähnlich treu wieder erscheint und so robust ist wie Sheherazade.

OT-Hybride, kräftiger gefärbt als Black Beauty, ähnlich verdrehte Petalen

Die Zwiebeln sitzen nackt, ohne Schutz vor Mäusen im Beet. Noch geht es gut. Ausgraben werde ich sie nicht mehr. Falls sie untergehen, kaufe ich neue.

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Die Discountermischung vom Frühjahr 2014 bestand aus Royal Trinity, Sancerre und Fangio. Erfreulicherweise fanden sich außer diesen keine verirrten Einzelstücke anderer Sorten in den Beuteln. Die zuvor im Herbst 2013 gesetzten Fangio-Bulben fielen Feldmäusen zum Opfer.

Einige Sorten wie Urandi, Triumphator, drei fleißig blühende, japanlackrote ohne Namen und Ercolano sind wahrscheinlich für immer verschwunden. Rosella’s Dream , die ich zu Anfang für Lollypop hielt (die Lutscher sind kürzer), wird weniger, doch gerade diese künstliche, ungelenke, plattnasige Barbie werde ich kaum vermissen.

Einige Lilienblüten des letzten Sommers:

Pretty Woman, Lady, Pearl Lorraine u. Pearl Stacey, Eurydice,
unbekannte Trompetenlilie, Royal Trinity, Sancerre,
Lavon, Fangio, Golden Splendour

Cancun, Rosella’s Dream, Pearl Jessica,
On Stage
(so dunkel?), African Queen, Sheherazade,
Black Beauty, Sorbonne
(?), unbekannte Gelbe (es gibt zu viele ähnliche gelbe Asiat. Hybriden, um auch nur den Versuch zu starten, die Sorte dingfest zu machen)

Vergessen zu fotografieren habe ich L. henryi; nicht geblüht haben EvinaPink Giant, White Pixels und Red Life. Mäusefutter, oder hamstern sie unterirdisch Vorräte und wollen sich nach ihrer Babypause im kommenden Sommer erst  zeigen?

Fehllieferung: Cancun statt Royal Sunset.

Eine schöne, gelockte, weiße Trompete mit zart getuschtem, weinrotem Hauch kann ich nicht zuordnen; bestellt habe ich sie nicht.

Wenn dieses unentschiedene Etwas On Stage sein soll, bin ich mit ihr nicht ganz glücklich. Ihr gemischtes Rot ist ziemlich ledern und siena-bräunlich und wird im Verblühen noch düsterer.

Die Sorte Fangio entpuppt sich – zumindest im ersten Jahr – bis auf die karminrot und brombeerviolett schillernde, dunkle Purpurfärbung als eher unharmonisch. Ihre Blüten sind mager, schlecht geformt, verstellt und klaffend, für die starken Stiele verhältnismäßig klein und glänzen wie billiges Plastik.

Pearl Jessica, zuerst mit mehr Rotanteil ganz nett, wenig später eher falb und fehlfarben

Pearl Jessica ist farblich ebenfalls etwas schwach und wird schnell unattraktiv. Ihre schmalen Blütenblätter fallen verdreht auseinander. Sie wirkt erst dann gut, wenn sie übervoll mit verqueren, verzipfelten und verzappelten Blüten hängt – oder eben nicht. Vielleicht nie. Jedenfalls nicht meine beiden Pflanzen und nicht an der Stelle, zwischen stolzen Nachbarn, die wissen was sie wollen und wie sie aussehen sollen. Kupfer mit Gold, nur zu blässlich und verschwommen. Die gebremste Farbe erinnert mich an Taglilien, von denen etliche auch nicht immer der große Wurf sind. Vielleicht färbt sich die Lilie im Halbschatten rötlicher und besser. Mehr Blüten in verschiedenen Stadien – und somit Tönen – wären jedenfalls ein Gewinn.

Die L. lancifolium splendens geruhten 2014 leider, sich faul bis abwesend zu geben.

Am besten blühten 10 hohe Sheherazade, zahlreiche Yelloween (oder ist es Tampico?) und – wie in den Jahren zuvor – pastellorange Royal Trinity.  Diese  Sorten enttäuschten noch in keinem Jahr. Black Beauty litt offenbar unter einem Virus; von 3 Pflanzen blühte nur eine üppig.

Monscheingelbe, satinschimmernde Yelloween (Tampico?) recken sich gen Himmel

An der dunkelroten Eurydice mit ihren anmutig seitwärts geneigten Blüten werden wir bestimmt noch viel Freude haben. Eine gutwillige Senkrechtstarterin. Ihre zierlichen, zurückgeschlagenen Blütenblätter glänzen zwar ebenfalls wie eingeölt, aber kein Mensch würde bei ihr an Plastik denken und die Nase über so viel Vulgarität rümpfen.

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In diesem Jahr sind Black Beauty und Scheherazade fast ausgewachsen. Die meisten Pflanzen erfreuen uns mit zahlreichen Blüten und werden locker über 2 m hoch. Von 13 Lilien –  10 Scheherazade, 3 Black Beauty –  sind einige mit einem Virus befallen und halten sich daher weniger gut. Doch da beide Sorten stark wie Ochsen sind, sollte in spätestens 2 Jahren die halbschattige Gartenseite vor Lilien bersten. Sie werden mit jedem Jahr stärker und schöner.

Vorn Black Beauty, dahinter Scheherazade

Scheherazade von Freimann ist die jüngere, auffälligere, großblütigere (tetraploide), freundlicher gefärbte Sorte und ein Abkömmling einer tetraploiden Form von Black Beauty. Ihre Petalen sind weniger stark nach hinten zu einem ungleichmäßigen, kralligen Turban eingerollt. Doch die gute, alte Black Beauty von Leslie Woodriff aus dem Jahr 1957 hält immer noch mit. Neben Scheherazade wirkt sie zierlicher, wildhafter und weniger pompös. Ihre Eltern sind angeblich L. speciosum rubrum x L. henryi.

Mit der Art L. speciosum habe ich keine leider guten Erfahrungen gemacht. Meist sind auf ihren Standort spezialisierte Arten weniger tolerant als Hybriden – logisch. Ein Zuchtziel ist folglich nicht zuletzt die Verbesserung der Robustheit und Gartentauglichkeit. Einen Meter neben Scheherazade bzw. Back Beauty gesetzt, zeigte die wilde Prachtlilie vorübergehend Flagge, um sich dann auf Nimmerwiedersehen zu verflüchtigen. Selbst L. henryi ist nicht so durchsetzungsfähig wie Black Beauty. Dafür ist der zweite Elternteil der Hybride allerdings wesentlich liebenswürdiger und lichter gefärbt. Ich frage mich, wo Black Beauty dieses sonnige Orange gelassen hat. Sie ist nicht nur nicht orange oder gelblich, sie ist sogar noch dunkler als L. speciosum. Vielleicht hat Woodriff nicht alle Ahnen ordentlich notiert oder er hat sie bewusst weggelassen.

Die etwas düster weinrot getönte Schönheit muss man schon allein ihres besessenen, chaotischen, unsystematischen, nicht geschäftstüchtigen Züchtervaters Woodriff wegen in den Garten pflanzen. Von Woodriff stammen auch die Star Gazer-Lilien, erste Kreuzungen aus orientalischen mit asiatischen Lilien. In seinem Glashaus vergaß er über seinen unter primitiven, ja unhygienischen Umständen zustande kommenden Lilienversuchen ganz und gar, seine erfolgreichen Ergebnisse kommerziell zu vermehren und patentieren zu lassen. Diese lästige Arbeit nahm ihm ein guter Bekannter und Narzissenzüchter namens Kirsch ab, in dessen Obhut sich Woodriffs junge Lilienkollektionen zwecks Sichtung und Vermehrung befanden. Er erkannte das Potential der neuen Lilienhybriden rasch, die die Zumutung Woodriffs unordentlicher Hexenküche wider Erwarten überlebten. Selbstverständlich zum eigenen Vorteil; Woodriff kam nicht in den Genuss der großflächigen Vermarktung seiner unkonventionellen, grandiosen Zuchterfolge. Auch Kirsch erwies sich als nicht clever genug, als er 3.000 Zwiebeln an holländische Züchter verkaufte, ohne das Nutzungsrecht für die Niederlande zu lizenzieren. Die wackeren Kaufleute und Tulpengärtner begannen natürlich umgehend mit der Vermehrung und ernteten Millionen und Abermillionen mit Star Gazer-Lilien für den Schnittblumenmarkt.

Recht kurzsichtig für einen cleveren Geschäftsmann. Über die niederländische  Tradition, für die Lilienproduktion fremder Zuchtprodukte äußerst ungern Lizenzverträge abzuschließen, könnte heutzutage der amerikanische Züchter Robert Griesbach wahrscheinlich ein Liedchen pfeifen …

Darüber ließe sich ein Krimi drehen à la Adrian, der Tulpendieb – und böser. Siehe auch unter: Flower Confidential: The Good, the Bad, and the Beautiful

Black Beauty und Scheherazade zählen zu den Meilensteinen der Lilienkreuzungszucht und gehören zu den unverwüstlichen Gartenschätzen. Sie belohnen die Geduld ihrer Heger und Pfleger zuverlässig.

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Lilienbilder gegen das Vergessen. Es bleibt spannend 😉

14 beinharte Neulinge, zäh wie Unkraut und impertinent durchsetzungsfähig. Dagegen sind selbst Golden Apeldoorn-Tulpen verzärtelte Pimpelchen. In 3 Jahren sollten die oft als Luxusgeschöpfe verkannten Hybriden Blütentürme der Extraklasse gebaut haben. Nur die Hartn kommn in Gartn …

Fangio aus der bewährten LA-Abteilung ist die letzte Sorte, die noch im November vergraben wird. Ihre Blüten trägt sie steif aufrecht, leider. Ihrer Robustheit wegen wird toleriert, dass sie nicht seitlich oder hängend nickt, was bei Lilien immer viel natürlicher wirkt.

Gartenhybriden u. „Tigerlilien“

Was habe ich mich jahrelang um exklusive Orientalinnen, weiße Madonnen- und Königslilien bemüht. Ein bisschen zuviel Konkurrenzdruck und schwupps – waren sie verschwunden. Von 1,7 m auf Null binnen zwei Jahren. Oh, Madonna!

Na gut, wenn die beliebtesten weißen Arten auf einen optimalen Stand festgelegt sind – ich bin’s nicht. Zusätzliche Pflanzungen in einem eingewachsenen Garten erweisen sich als schwierig und funktionieren wohl nur mit besonders starken Neuankömmlingen. Arten sind auf jeden Fall mit mehr Rücksicht zu behandeln als Gartenhybriden.

Madonnen wollen im Herbst und flach gelegt werden. Hat am Ende aber auch nichts genutzt. Heute vergrabe ich Tulpen und Lilien so tief wie nur möglich, um sie aus der bedrängten, verfilzten Saufzone der eingewachsenen Stauden herauszubringen.

Na, dann eben Gartenhybriden in einem Fächer von Sunset Strip-Farben. Auch recht.

Womit man sich arrangieren muss, ist, dass erzgesunde, riesige Lilien nach der Blüte lange als hohe, glänzend grüne Stecken im Beet herumstehen. Hier sind im November immer noch einige dabei, sich mit Nährstoffen vollzustopfen. Das sind automatisch die wohlgenährten, pausbäckigen Stars des nächsten Sommers; die mit über 20 Blüten – wenn es nicht zu trocken wird und die obersten Knospen eintrocknen.

Pearl Jessica war mir übrigens etwas zu schwach und desorientiert gefärbt. Eine Mischmasch-Irgendwieichweißnichsorichtich-wobinich?-Farbe. Im nächsten Jahr bekommt sie es wahrscheinlich besser hin. Stark, frühreif und unbeirrbar blühwillig ist die Sorte, keine Frage.

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Tetraploide Liliumhybride Lorraine in sanftem Terrakottarot

Heute ist die zweite der neuen Lilien geöffnet, die ich im Ausland bestellte: Pearl Lorraine. Eine Farbe wie verdünnter Tomatensaft oder eine rosa Fleischtomate. Apart. Fast eine Hemerocallisfarbe. Nicht ganz rot, nicht ganz rosa, nicht ganz lachs und nicht recht burnt sienna. Blütenblätter an Tomate, Himbeere und Kirsche, oder an Hummer, Scampi und Perlmutt. Frisch erblüht ist sie oranger, später rosaner, schließlich gedämpft blass-ziegelrötlich mit schwachem Mauveschimmer. Insgesamt schwierig zu beschreiben, aber reizvoll. Vielleicht heißt sie wegen der changierenden Farbigkeit „Pearl“? Hitze und Trockenheit sorgen dafür, dass sie bald blasser und grauer wirkt.

Es scheinen neben den „echten“, ursprünglichen 5 Pearls von Robert Griesbach weitere asiatische Lilienhybriden mit dem Namenszusatz „Pearl“ im Handel zu sein, deren Herkunft und Namensgebung unklar ist. Auch der Name „Pearl“ Lorraine ist etwas dubios, aber offenbar etabliert. Jedenfalls erfreut sich diese Lilie – wo und wie auch immer sie zustande gekommen ist und ebenso wie ihre Pearl-Kollegen von Griesbach – großer Beliebtheit und sie ist offensichtlich eine kräftige Tetraploide mit seitwärts gerichteten Blüten, die den übrigen Pearls von Griesbach stark ähnelt. Vielleicht sollte ich einfach das Pearl weglassen und sie Lorraine nennen und fertig.

Evina war die erste der neuen Lilien. Sie schmückt sich mit Sahara-Orange und Tigertupfen. Es fehlen jetzt noch Pearl Stacey, die eigentlich Pearl Gracie heißen müsste, wenn man der Namensgebung des amerikanischen Züchters Griesbach folgt, und Pearl Jessica. Alle tragen ihre Blüten seitlich und nicht aufrecht. Sie parken bisher in Töpfen, weil ich sie spät erhielt und befürchtete, in den vollen Beeten würden sie sang- und klanglos untergehen. Nach der Blüte werden sie gedüngt und im Herbst an ihren endgültigen Standort ausgepflanzt.

Nach drei, vier Liliensorten giere ich weiterhin. Eine Asia-Hybride in nahezu weißem Rosé, einem blässlichem Michshake-Rosa, mit dunklen Sommersprossenrosinchen gesprengselt, würde die mexikanischen Terrakotta-Farben der bunten Spielkinder ergänzen: Pink Giant. Es kommt darauf an, wie perlrosa sich Pearl Jessica zeigt. Evt. braucht’s keine weitere Sorte zu hohen Versandkosten. Und Pink Giant scheint doch etwas zu dezent, kommt mir vor. Der Gigant bleibt dennoch oben auf meiner Wunschliste. Es gibt ja nicht nur Ecken für Spielkinder in Sommersonnefarben im Garten.

Zur Zeit sind im Garten viele warme Töne vertreten, die an einen tropischen Abendhimmel erinnern, kurz bevor der Wiederschein der untergegangenen Sonne erlischt. Sommerabendstimmung; weich, warm und relaxed wie Bacardi-Werbung.

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