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Posts Tagged ‘Sommer’

Einen Rosenkäfer habe ich seit Jahrzehnten nicht gesehen. Kommt geflogen, setzt sich mitten auf eine Alfred Grille und lässt es sich schmecken. Keinen Rosengoldstaub, sondern Dahlienlabsal geruht der Käfer sich einzuverleiben. Soll er!

Dunkles Flaschengrün-Gold-Turmalin glänzt in der Sonne. Ein bronzener Karfunkelstein aus der Familie der Scarabäen (Blatthornkäfer / Scarabaeidae).

Cetonia aurata

Edit: Nee. Diese Dahlie ist ein Kind der älteren Kaktusdahlie Alfred Grille aus deutscher Zucht, nämlich Fringed Star aus niederländischer Zucht.

Eine etwas lieblose Namenswahl für eine so blühwillige, lachsrosa-gelbe, gut gefüllte, problemlose, beeindruckende Hirschgeweihdahlie, finde ich. Die guten Eigenschaften hat sie von Alfred Grille geerbt, die ihre wiederum von Yellow Star erbte, die ebenfalls außergewöhnlich gut und zuverlässig blüht und die sich oft in Mischungen versteckt, weil einfach und ordinär zitronengelbe niemand so richtig begehrt. Die Abneigung vergeht mit der Zeit, nachdem man sich mit blühfaulen oder virusinfizierten oder wackeligen Knickebeinen aufgehalten hat. Auf einmal mag ich Yellow Star auch. Nicht meterweis‘. Hier und da als helle Tupfen im bunten Reigen, die ihre Nachbarinnen heben.

Einige Fringed Star landen im Blumenstrauß.

Kleines Abendidyll in der Küche mit Sonnenblumen, Coreopsis, Dahlien, Dill, Cosmos & Lupine

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Ich bin zufrieden. Überall blüht’s.

Die schönsten Sonnenblumen habe natürlich ich, klar. Und die meisten. Und überhaupt.

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Ein Kleingärtchen ohne Riesensonnen, Stockmalven und Erdbeeren – ooohnmöglich!

Hohe Sonnengold

van Gogh lässt grüßen; ‚Hohe Sonnengold‘

 

Kleinblütige Mischung

 

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Ende August prangt mein neuer Garten im Blumenschmuck. Die Dahlien werden’s wohl schaffen, auch wenn sie sehr spät in den Boden kamen. Meterweise Duftwicken längs des Zauns, Dutzende Cosmeen groß wie Minibäumchen und über und über blühend oder 10 m Dreifachreihen Dahlien hat hier niemand außer mir. Prächtig!

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Die genetzt gezeichnete Iris ‚Gracchus‘ blüht zwischen Balsaminen, Dahlien, Galtonien, Zinnien und Margeriten – verspätet Ende August, nicht etwa im Mai!

Ich bastle am Kompostklo, richte den Werkzeugschuppen ordentlich her, bewege Kermit wortreich wieder und wieder nochmal den Generator zu organisieren, um Dübellöcher zu bohren. Kaum Zeit zu fotografieren oder sich auf die bequeme Badeliege zu fläzen. Hoffentlich ist das Gröbste bald erledigt … ja, ist es; 3, 4 kleinere Arbeiten am Haus und dann dreht sich alles nur um Garten, blaue Rosen, Tomaten, Hohe Sonnengold (gefüllte Sonnenblumen), Fasanenspiere, Deutzia gracilis, Wisteria, Hydrangea und mordsmäßig robuste Ipomea purpurea, die gegen Herbst schneller und schneller in die Höhe schießen und sich ungerührt gegen wilden Wein behaupten. Deutlich wüchsiger und wüster sind die pelzig behaarten, einjährigen Winden als die verträumte, himmelblaue Sorte Heavenly Blue (Ipomea tricolor). Die sind aber einfach zu ziehen, wenn man es bis dato nur mit glatten Hellblauen probiert hat!

Die Kaninchen fallen wieder ein und fressen Kornblumen und Tagetes, was heißt, ich darf das neue Schlupfloch suchen und verdrahten. 2 Seiten sind mit 35 m Hühnerdraht zugebaut – fehlen noch 35 m für die beiden anderen Seiten, die bisher dicht schienen.

Ich hab’s wieder getan. Trotz verbissener Wurzeln, kippender Obstbäume, leidender Rosen, zerbrechender Iris, mitten in der Blüte kollabierenden Fenchels und verschwundener Lilien. Ich habe die ersten Tulpenzwiebeln gekauft — uuuuh!! Sie kommen alle, alle in Drahtkörbe!

Heute ist der erste Abend seit Wochen, den ich nicht im Garten oder im Baumarkt verbringe. Es gab eben deftige Grünebohnensuppe – aus dem Garten. Morgen gibt’s zum x-ten Mal Zuccinisuppe – aus dem Garten. Das Gemüse schmeckt soviel besser als gekauftes; ich kann es mir gar nicht überessen. Ganz zu schweigen von reifen Tomaten. Issoschön.

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Dem letzten Pflanzenmarkt verdanke ich 4 Passionsblumen, denen ich unmöglich widerstehen konnte: Passiflora alata, Passiflora crenata und die Hybriden Leida und Pura Vida II. Die zimperlichen Hybriden lassen nach dem Umzug in die grelle Sonne als Erstes die Hälfte ihrer Knospen fallen. Die beiden Arten bestehen aus verschlungenen Stecklingen ohne Knospen und haben elliptische, ungeteilte, dicke Blätter.

Passiflora caerulea ist bedingt winterhart. Sie steht am Niederrhein manchmal in geschützten Innenhöfen und begrünt im Sommer die Wand. Meine neuen Exoten sind dafür nicht geeignet. Kaum anzunehmen, dass ich die Karfunkelsteine auf der trockenen Fensterbank durch den dunklen Winter bekomme und sie weder zu viel noch zu wenig wässere. Aber sei’s drum; sie strahlten mich an und mussten mit. 500 Sorten sollen erhältlich sein – eine Einladung an Sammler und Sammlerinnen.

Pura Vida II und Leida

Irgendwo im Internetdschungel habe ich gefunden, dass die stattliche Passiflora alata eine Mindesthöhe von keineahnungetwazweibisdreimetern erreichen müsse, bevor sie gegen Sommerende blühen würde. Awass. Das kann nicht stimmen. Mein Mini-Exemplar bildet gerade Knospen.

Blattformen von oben: Leida, Pura Vida II, P. alata und eine erste Knospe von P. alata

Das hiesige brasilianische Urwaldwetter 2014 und die schattenspendende Überbelegung unserer Ex-Terrasse sagt ihr zu. Mal viel Sonne, mal viel Regen in stetem Wechsel. Ich kann ihr beim Wachsen zusehen. Sie scheint mehr zur Art der großen Wuchermonster und Wassersäufer aus der Gattung der tropischen Gewächshauskiller als zur Sorte Porzellanpüppchen zu gehören.

Ihr Blüten dufteten intensiv gewürzig und die Früchte seien essbar, erzählte der Passifloraspezialist. Außerdem passe der eigene Duft ihrer dunkelroten Blüten herrlich in die Weihnachtszeit. Weihnachten? So lange wird mein Topfknirps wohl nicht auf sich warten lassen.

Der Fruchtbildung müsste ich mit der Bestäubung händisch nachhelfen, falls sie ohne ganzjährige Wintergartenheizung und Luftbefeuchter überhaupt jemals Früchte ansetzt. Vielleicht rückt die Malaria weiter nach Norden vor – Fliegende Hunde, pollenschleckende Fledermäuse und tropische Nachtfalter dürften hingegen noch ein paar Jahrhunderte auf sie warten lassen. Wie der Wintergarten. Was erschwerend hinzukommt, ist, dass P. alata Fremdbestäubung braucht und dazu eine genetisch differente  alata – keine Stecklingspflanze von derselben Mutter – oder eine andere Passionsblumenart benötigt wird, die nicht zu entfernt verwandt sein darf, bspw. die oft angebotene P. caerulea.

Auch wenn es mehrere essbare Arten gibt, sind als Maracuja fast ausschließlich die gelben oder purpurnen Früchte von Sorten der Passiflora edulis im Handel. In südamerikanischen Gebieten werden verschiedene Züchtungen der aromatischen Grenadilla und Purpur-Grenadilla zur Herstellung von Pulpe angebaut, so wie bei uns Erdbeeren.

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Zwischen Dahlien, Pflanzschalen und Rosenstecklingen blühen meine Exoten.
Keine 2 Wochen nach dem Kauf der Restposten entfaltete sich die Sprekelia formosissima. Ihre Blütenform könnte man sich nicht ausdenken, so bizarr, expressiv und grafisch sehen ihre feuerroten Blüten aus. Obwohl die Jakobslilie aus Mittelamerika nicht selten (im Handel) ist, wirkt sie immer noch rar, kostbar und botanisch. Schon nach 4 Tagen unter hitziger Sonne beginnen die schmalen Blütenblätter zu verbräunen. Im Frühjahr hätte sie es länger ausgehalten als zu fortgeschrittener Sommerzeit. Es ist meine zweite Sprekeliablüte in diesem Jahr. Die erste, ruhende Zwiebel bekam ich geschenkt und sie blühte vor Wochen; auch nicht gerade lange, wenn ich mich recht entsinne.

Vor 4 Jahren quetschte ich eine Zwiebel in den Topf unter die Maulbeere. Keine gute Idee. Sprekelia sitzt lieber frei wie eine „Amaryllis“, zu deren Familie Amaryllidaceae sie zählt und deren Pflegeansprüche sie teilt, und ist ebenso wenig frostfest wie Hippeastrum. Ansonsten ist die schmalblättrige Jakobslilie völlig pflegeleicht und unkompliziert. Eine ideale Anfängerpflanze. Man gebe sie in einen Tontopf – am besten zu mehreren -, fasse sich 11,5 von 12 Monaten in Geduld (übers ganze Jahr gesehen, nicht vom Pflanzen bis zur Blüte), gieße maßvoll, bewundere das zierliche Kunstwerk und erfreue sich an einer interessanten Blüte, die kurze Zeit brilliert. So gehört es sich für botanische Raritäten. Und dazu passt auch ihre geringe Höhe von 30 cm, die nicht dazu verleitet, sie in ein sattes, volles Blumenbeet auszusiedeln. Ein Kleinod im wahrsten Sinne des Wortes, verglichen mit riesigen Hippeastrum.

Die Zantedeschia-Knolle auf dem Sonderangebot braucht etwas länger, hält dafür auch länger. Esmeralda ist gelbgrundig mit rot getuschtem Hauch. Die fleischige Pflanze mag es gern feucht.

Esmeralda – die erste Blüte an grünem Heupferd

Je länger sie blüht, umso vorteilhafter verfärbt sie sich orange-rotgolden und wirft ihren Rand in elegante Wellen. Natürlich nicht frosthart! Sie schaut so perfekt und glatt wie Plastik aus. Trotzdem könnte ich von Ihro Künstlichkeit mehrere Sorten gebrauchen, orangerote Mango z.B. , falls sie deutlich anders aussieht als die liebreizende Esmeralda. Oder vielleicht Mercedes? Aus jeder grünen Spitze treibt Esmeralda neben den schönen Blättern mindestens ein Blütenstiel, aus dem größten Triebstück sogar 3. Faszinierend!

Es gibt Zantedeschien als holländische Schnitt- und Topfpflanzen in breiter Farbauswahl bis hin zu schwarzen, die an Fahrradschläuche aus Gummi erinnern. Die Frage ist, wie lange ihre Blütezeit anhält, oder ob sie so kurz ist, dass es nicht lohnt, die Pflanze für die Rabatte einzuplanen und sie besser im Topf bleibt. Die Blätter zieren noch nach der Blüte, bis sie einziehen.

Mit den „Amaryllis“ verbindet sie die einfache Haltung und Eines: Das umgangssprachliche Namenskauderwelsch, das ähnlichen Familienangehörigen leicht widerfährt. Ursprünglich südamerikanische Hippeastrum (Rittersterne) sind keine südafrikanischen Amaryllis (belladonna) und äthiopische bzw. afrikanische Zantedeschien sind keine nordamerikanischen bzw. eurasischen (Sumpf-) Calla, botanisch und nomenklatorisch ganz genau genommen.

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Fenchelblüten

Seit einigen Tagen regnet es. Mal ununterbrochen, mal mit Pausen. Uns kann’s recht sein. Gegen heißes Wetter könnten wir kaum angießen. Die Terrasse ist vollgestopft mit Dahlien, Pflanzschalen, Ton- und Plastiktöpfen, Buttermilch- und Joghurtbechern, zweckentfremdeten Verpackungsbehältern, mit Erde gefüllten Plastiktüten und Gärtnerpaletten, zwischen denen man sich gerade noch zum Rasen durchschlängeln kann. Mittlerweile ziehe ich aufs Green um, wenn ich weitere Töpfchen mit Delphinum – Pacific-Hybriden, King Arthur in Enzian-  und Summer Skies in hellblau -, 3 Sorten Digitalis purpurea und orietentalischer Akelei (A. oxysepala) besäe.

Der Rasen im Stadtgarten ist eingerahmt von neuen Rosen in Töpfen, die demnächst in den neuen, den dritten Garten einziehen sollen. Zu meinem – und mehr noch Kermits Leidwesen – dauert und dauert es, bis der Kleingarten geschätzt und übergeben und die Terrasse endlich wieder begehbar wird. Ich und Kleingarten?! Er hat den Vorteil, in 10 Minuten Fußweg erreichbar und nicht besonders weitläufig zu sein. Dafür ist er verbaut, was auch seinen Reiz hat. Ein schmales Handtuch ist eine interessante Herausforderung, doch das Gegenteil, ein breites, nicht tiefes Beet ist sicherlich noch viel interessanter, um es optimistisch auszudrücken, besonders, wenn einem die S-Bahn dabei fast über die Füße fährt.

Hibiscus syriacus Lavender Chiffon

Doch was soll’s, besser ein niedlicher Blumenkasten als Sklavenarbeit. Mir wird es leid, in den großen, wilden Garten zu fahren, der die Vernachlässigung sofort rächt und sich mit Quecke füllt. Zu weit weg, zu viele ungestörte Schädlinge. Jäten, schneiden, graben, reißen, schleppen, ernten – immer erwartet mich dort mehr Arbeit als ich und der lädierte Rücken es brauchen können. Ich finde einen nonchalenten, ungewöhnlichen, phantasievollen, blühenden Garten schön, aber keinen verwahrlosten. Sicher, es gibt hübsche Ecken und einige Großstauden wie der Himalaya-Knöterich wirken auf 1,5 Quadratmetern ungemein imposant. Trotzdem, es macht mir keinen Spaß mehr, alle Nase lang neue Pflanzen anzuziehen oder zu kaufen, wenn sie nach kurzer Zeit schon unter die Räder und Räuber fallen. Ich weiß nicht, wie Kermit es hinbekommt, nicht nur Arbeit, Arbeit, Arbeit und schmerzliche Verluste darin zu sehen. Wahrscheinlich weil er die Pflanzen nicht selbst gezogen – oder wenigstens mit Überlegung, Zuneigung und einem Szenario vor dem inneren Auge ausgesucht – hat. In den Garten fahren und ohne Blumenstrauß zurückkommen? Das ist nichts für mich! Wo bleibt da die Belohnung?

Ich bleibe lieber im Stadtgarten, wo Rosen und Lilien, Hibiscus, Phlox und Bronzefenchel blühen und genieße die Früchte meiner Gartenarbeit. Anders als der wilde Garten lässt sich der Stadtgarten ohne Schufterei auf Vordermann halten; der Buchs kann auf den Millimeter getrimmt werden.

Duftender, duftiger Sommerphlox: Graf Zeppelin vor Uspech vor Jules Sandeau

Wenn ich erst den kleinen Kleingarten habe, exportiere ich nach und die Rosen, Gehölze und Stauden, die mir am Herzen liegen. Nicht, dass es im Kleingarten keine lieben Tierchen gäbe – plus Kaninchen, die ungeniert durch die Parzellen hoppeln – aber ich kann einfacher hinkommen und sie scheuchen. Hochbeete, Maschendraht, Bierfallen, Wühlmausfallen, Pflanzkörbe aus Maschendraht. Ich werde alles aufbieten, was ich im wilden Garten, der mir nicht gehört, nicht installieren würde. Der neue ist MEIN Garten. Und praktischerweise hat er einen Zaun und eine mit Rosen berankte Gartenpforte mit Schloss.

Blaumeise – ich muss noch Stecklinge von der Hortensie Blaumeise nehmen. Ein weiteres Pflanzgefäß für die Sammlung auf der Terrasse …

Karl Foerster hat vergessen zu erwähnen, dass Hemerocallis nicht nur die ideale Staude für intelligenten Faule, sondern obendrein für hungrige Schnecken und Wühlmäuse ist. Im wilden Garten kostet jede Regenphase Taglilienblüten, jeder Winter oft genug ganze Horste Hemerocallis, Hosta oder Rosen. 5 große Hostas sind verschwunden. Die blühende und grünende Vielfalt wird weniger. Akeleien als zäher Ersatz für Ausfälle sind wunderbar – aber was ist mit der Sommer- und Herbstzeit, in der sie nicht blühen?

Der Mirabellenbaum ist bei den letzten böigen Regenschauern unter der übergroßen Last seiner Früchte zerbrochen. Trauriger Anblick, aber keine Katastrophe. Er wird gestutzt – bald, irgendwann, später, nicht jetzt – und erholt sich binnen weniger Jahre. Außerdem machen wir uns nicht viel aus Mirabellen.

Derweil springen die Dahlien auf der überbevölkerten Terrasse aus den Töpfen, die nur als Parkplatz für Kurzparker gedacht war. Sie vergeilen und fallen um. Andere kümmern und treiben gar nicht. Schlechtes Timing. Wo bleibt der neue Garten? Zwischen hungernden Dahlien und eingesperrten Rosen in zu kleinen Gefäßen fällt es schwer, sich über Wochen und Monate auf einen zusätzlichen Garten zu freuen. Auch dort wird der Anfang Knochenarbeit werden …

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