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Posts Tagged ‘Tulipa’

Eine meiner Lieblingstulpen; eine frühe, kleine Wildtulpe. Ein Winzling in leuchtendem Rotgold wie von Kinderhand gemalt.

Duc van Tol Red and Yellow, eine historische Sorte, gleicht ihr sehr. Vielleicht ist der Duc eine frühe Farbauslese aus einem Meer von kasachischen Steppentulpen und zufälligerweise eben Tulipa schrenkii? Was trotz ähnlicher Blüte, kleiner Statur und früher Blüte gegen eine Übereinstimmung spricht, ist das breitere, gewellte, straff aufrechte Laub der Duc van Tol. Auch die Blütenblätter der Sorte wirken breiter und kräftiger.

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Miniaturen im Topf

Rundherum harmonisch, farblich perfekt, archetypisch geformt, aufgeblüht von herzerfrischender Offenherzigkeit. Leider keine lange Blütezeit. Dafür ist sie ein extra-frühes Frühlingsglück.

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Gut, dass Schnee liegt und es zu ungemütlich ist, um noch mehr zu bestellen und die Abgänge wegen Mäusefraßes auszugleichen. Die Mäuse verschmähen die Erdnüsse in den Fallen, sind unter die Netze gekrochen und haben die Überbleibsel auch noch gefressen. Hochgestellt, unter Deckeln und Netzen wähnte ich meine Zwiebelschätze sicher. Fassungslos schleppe ich den mit Tulpen bepflanzten Henkelkorb in die Küche und fahre mit den Händen durch den aufgewühlten Erdmull. Außer abgebissenen weißen Faserwurzeln, Triebspitzen und ausgehöhlten Tulpenhäuten finde ich die 5 kleinen Wolfsschwertelrhizome, die ich vor Wochen zwischen 50 Tulipa linifolia gelegt hatte, und eins, zwei, drei, vier Tulpenzwiebeln.

Ich schäume vor sinnloser Wut. Das sind die letzten Tulpen und Krokusse, die ich dem Stadtgarten spendiere. Finito! Nachbars fuselige Katze mag ja Stinkehaufen mitten in die Schwertlilien gelegt haben, dafür ist ihr offenbar die eine oder andere Maus in die Arme gelaufen. So eine Mäuseplage gab’s ja noch nie! Der Stubentiger ist seit einigen Monaten nicht mehr aufgetaucht.

Der Anteil an mäusefesten Narzissen wächst jedes Jahr.

Das Update ergibt ca. 3150 Stück alias 3150°C Tulipomania-Fieber. Theoretisch. Denn die Mäuse werden sich den ganzen Winter über bedienen und rund mästen. Alle Pflanzgefäße lassen sich nicht jeden Abend in die Wohnung schleppen und – weil etliche grüne Spitzen schon aus der Erde lugen – nicht mehr lange mit Untersetzern abdecken. Als Dauerumzug war der Frühjahrsschmuck auch nicht gedacht. Und nach den leicht zu erreichenden Töpfen werden die Nager die Beete durchsuchen.

Eine Rosskur für verschwendungssüchtige Tulpenliebhaber …

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Damit ich meine Liste nicht ständig suchen muss, tackere ich sie hier nochmal fest. Soooo…

Schnee von gestern – neue Liste s. u.

Galoppierender Wahnsinn! 1400 Zwiebeln … 😉 Es kann nur großartig werden! Spitzenmäßig.

Mir fehlt immer noch etwas, was sich in diesem Frühjahr als erfreulich gut erwiesen hat: Die Tazetten-Narzissen Hoopoe und Tripartite. Beide „bloß“ gelb, und dennoch Stars ihrer Klasse. Ohne Einschränkung zu empfehlen. Ich kaufe sie aber nicht extra nach – oder etwa doch?? Hmmmmm ….

Kaufmanniana-Tulpe Ancilla, die ich sehr gerne mag, könnte ich für einen aberwitzigen Preis in einem Baumarkt in der Nähe bekommen. Könnte ich. Theroetisch. Rein theoretisch. Auch praktisch – aber nein, irgendwann muss Schluss sein. Schon allein wegen der „Last-Minute-Angebote“, die mir garantiert völlig unerwartet und unwiderstehlich über den Weg tappern werden. Ancilla is a Must-have, wenn man ihre frühe Blüte, ihr dezent gerougtes Gesichtchen und den kindlichen Charme der süßen Kleinen bedenkt. Klein, aber oho, wenn sie auf einer Etagère oder als Massenpflanzung serviert wird. Irresistable, voll der reinen Unschuld. Falls sie fehlt, fällt es einem auf. Wie bei der Prinzessin auf der Erbse. Ancilla ist so eine nachdrückliche Erbse. Ach, wenn ich so weiterrühme, überrede ich mich noch selbst. Tja … zukaufen, woll?

Another Must-have anderer, farblich entgegengesetzter Kategorie ist Jan Reus – diese tiefgründige, dunkelblutrote Triumphtulpe mit dezentem, bräunlichem Schimmer habe ich mir für 2015 ins Ohr geknotet. Wunderbare Sorte. Der Knoten rechts daneben ist die historische, schwarzseidige, purpurnglänzende Philippe de Commine (> Namensgeber?), ein Elternteil von Black Parrot und von der Form etwa so zugespitzt wie die neuere Sorte Havran. Sie wirkt daher vor dem völligen Aufblühen edler als die runde, schalenförmige Queen of Night. Zusammen mit brennenden Cassinis in Orange und Rot stelle ich sie mir wie das rasende Höllenfeuer des ausgehenden Hochmittelalters à la Bosch vor – wenn sie denn alle zur selben Zeit blühen, was ich recherchieren werde. Ich meine mich aber zu erinnern, dass Cassinis (Triumphtulpen, nicht ganz so hoch und rel. früh, warm und feurig) etwas zu früh für schwarze Begleiterinnen sind, die gemeinhin zu den späten zählen. Cairo, eine Triumphtulpe von beeindruckender Höhe und Eigentümlichkeit ist ebenfalls vorgemerkt. Allen vorgenannten Roten und Rot-Orangen ist ein dezenter Dracula-Touch gemein, ein brechender Schuss Sepia oder Kupfer. Morbider, hintersinniger Chic.

Und wenn ich mit dem warm und erdig getönten, blutrauschendem Inferno „durch bin“, blieben nur noch Feathers & Flames auf der Menükarte; echte, uralte, schweinemäßigsauteure Breeder- und Rembrandttulpen für den Genießer des raffinierten Haut-Goût. Gottlob liegt die oberste Klasse der Gartentulpendelikatessen noch einige Probejahre, neue Gärten und Geldscheine entfernt.

Zu meinem Erstaunen bin ich kaum auf Zwiebeln vom Vorjahr gestoßen, die ich beim Einsetzen der neuen hätte massakrieren können. Die Baumwurzeln müssen sie allesamt aufgefressen haben. Teurer Kirschbaumdünger!

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Edit: > Update ListeDie drei Nachbestellungen gegen Ende Oktober u. im November enden insgesamt bei ca. 2115 Zwiebeln, Dabei sind auch alle kleinen Zwiebeln und Knöllchen, Ipheion, Kroküsschen, Anemönchen, kleine und große Alliümmer, Camassien, Fritillarien etc. mitgezählt – und 1227 Tulpen. Das ist grenzwertig; der Garten fasst die Menge mann gerade so eben noch und etliche Dutzend bleiben für Töpfe übrig. Großblütige Gartenhyazinthen und Tulipa greigii setze ich nicht in die Beete. Kurzbeinige Damen von untersetzter Statur, mit aufgedonnerten Perücken und dicken Köpfen sind mir vis à vis in Töpfen lieber. Hinzugekommen sind u. A. Curly Sue, Don Quichotte, Christmas Marvel, T. greigii Corsage, Black Parrot, Très Chic.

Très Chic Anfang Mai 2013; mit etwa 45 cm leider nicht ganz so hoch.

Die Schreibweisen Don Quijote oder Quixote gibt es für den originalen, literarischen Ritter von der traurigen Gestalt überdies. Traurig kam mir die hohe Tulpe nie vor. Vor 7 oder 8 Jahren hatte ich sie schon einmal. Spanisch rassig, stark, ziemlich eigensinnig und zuckrig gefärbt, ja – aber tragisch? Ich habe sie als klar, eigen und schön in Erinnerung. Olé! Mehr wie eine hochnäsige Dulcinea del Toboso mit viel Lippenstift. Abwarten und La Mancha trinken …

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Der Zufall wollte es: In einem Forum stellte eine Tulpenliebhaberin kürzlich ein besonders gutes Foto der Rembrandttulpe Insulinde ein und ich darf es hier verwenden. Nach dieser exquisiten Schönheit aus dem Jahr 1914 lecken sich Gartennärinnen und -narralesen sämtliche Finger:

Farbe: Rahmeis, marmoriert mit Heidelbeercoulis. Lecker!

Vornehm, verspielt und veränderlich. Charmante Unikattulpen vom Feinsten. Ihren vielschichtigen Schmelz erreichen moderne Tulpen nicht.

Absalon, Mabel (broken), Bridesmaid, Colombine, The Lizard, Royal Sovereign, Saskia, Sam Barlow, Spaendonck, Zilveren Standaard und Zomerschoon – historische Tulpenperlen. Irgendwann werde ich auch einige haben. Je mehr, desto besser. In den übervollen Beeten des Stadtgartens kommen die späten Rembrandttulpen nicht wieder. Die einzig offene Stelle ist der Ex-Rasen und den könnte ich nur mit kurzen Wildtulpen aus der Steppe Kasachstans veredeln, oder mit T. schrenkii. Immer vorausgesetzt, ich würde das Green monatelang nicht mehr betreten wollen. Kermit runzelt die Stirn. Aha. Also nicht wochenlang über geköpfte Stängel steigen und lieber Tulpen in Beeten, entnehme ich seiner obersten Runzelfalte.

Der Mai – noch in ferner Zukunft – wird ein kostspieliger Monat der Wonne werden … ich könnte ja schon mal anfangen zu träumen, wie und mit welchen Füllsorten ich 20 Lizards so setze, dass es nicht gänzlich verloren wirkt …

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Gelb-rote gebrochene Ballerina und eine nicht mehr zu erkennende Sorte

In diesem Jahr sind die Lieferungen gut durchseucht, leider. Dutzende Tulpen wachsen verkrüppelt und verkümmern, bevor sie zur Blüte gelangen. Gegen akuten Virenbefall lässt sich im Garten nichts machen. Wenn Züchter Tulpen zu lange auf derselben Fläche vermehren, sind Erkrankungen und deren rasche Ausdehnung – u. A. durch Export in Millionenstückzahlen – zwangsläufig die Folge. Schnell, effizient, ökonomisch, marktorientiert, global, gnadenlos professionell. Tulpen sind sich verschleißende Handelsware. Ex und hopp.

Infiziert ist erstmals eine Ballerina aus altem Bestand. Gerade diese zierliche, lilienblütige Tulpe gewinnt durch ein geschecktes Muster bestimmt nicht.

Bei Negrita mag ein exquisites Muster wie bei einer Gebroken anfangs noch ganz interessant wirken, aber Ballerina ist orange mit feinem, rotem Hauch viel schöner. Die Blüte ist verfremdet, das Sortentypische zerstört. Abgesehen vom ästhetischen Aspekt, ein Virus ist ein Virus ist ein Virus und virulent über kurz oder lang schädlich bis tödlich.

Am stärksten befallen war in Vorjahren eine Lieferung Annie Schilder; eine glänzende, gigantische, irisierende Tulpe, die größte im Garten. Von ursprünglich 20 stehen in diesem Jahr 3 gesunde (d. h. 2 gesunde, 1 wurde von einem Wischmoppaufsatz gemeuchelt, der der Nachbarin aus dem 2. Stock – pardauz – vom Balkon plumpste), 1 gebrochene und 1 mumifizierte in der Landschaft. Die vertrockneten Mumien dieses Jahres sind die Blüten des Folgejahres. Aber der Rest? Ich rechne für 2014 mit bestenfalls 3 verirrten Annie Schilder.

Gebroken Tulpen in einem antiken Katalog:

Emanuel Sweerts: Florilegium. 1647 – Tafel 10

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Darf nicht wahr sein!

Ausgerechnet die einzige Tulpe, aus der ich mir nichts mache, bildet den Hauptteil der Triumphtulpenmischung: Merry Widow. Es könne auch Lucky Strike sein. Die beiden sind himbeerrot bis bläulich mittelrot mit kaltweißem Rand. Verdünnter Rotwein. Ohne Kalkleiste wär die Farbe übrigens recht vornehm. Keine Socke kauft heuer so unmoderne Tulpen, die sich schlecht kombinieren lassen! Stadtgärtner für einheitliche Massenbeete vielleicht, aber keine Privatleute, die sich gerne ein paar Gedanken über die Zusammenstellung machen und ihren Garten mit verschiedenene Tulpen bemalen. Offensichtlich denken auch andere Tulpenfans so, sonst wären nicht so viele dieser Sorte in der Restemischung aufgegangen.

Es wird totedel bis langweilig aussehen. Ich kreeire rechts eine Tulpenrabatte mit viel Weiß und wenig Rosa und Pink, einer Schloßauffahrt würdig, hinten vor der Mauer ein bezauberndes Feuerwerk aus hellrot und orange – und Peng! Links steht eine sture, rot-weiße 0/8/15-Tulpenlutscherparade. Jede andere Sorte – bis auf kurze – hätte gepasst, nur die nicht. Interessant wie eine Laufmasche in Omis 40den-Strümpfen. Unnötigerweise mit gelben Monte Carlo und anderen kurzen, gefüllten, roten Tulpen garniert. Das war ich nicht!

Nein! Doch nicht die!

Was passieren kann, ist, dass die Miere Gas gibt, die einheitliche, vielköpfige Ansammlung aus dominant lustigen Witwen in ein Plumeau aus weißen Sternchen bettet und alles zusammen großzügig, leicht und von dezenter Kühle wirkt und schon wegen der Menge so aussieht wie gewollt. Genau das wird passieren. Ein Gedicht in zurückhaltendem Rot und Weiß. Dann finde ich die doofe Witwe auch lustig. Hahaha.

In der Mischung stecken auch eine paar hell-lavendelrosane Fremdlinge. Diese attraktive Farbe (Sorte Aafke?) fände ich wesentlich passender als die die zweifarbige, ach so Lustige Witwe.

Doch was nützt es. Mit van Eyck habe ich mich ja auch anfreunden können. Der Clou ist, das es zuwenige korallerosarote van Eyck waren. Zu vielen, hier und da und dort verteilt und gezielt plaziert, wirkt die Tulpe frisch, eigenartig und bringt Farbe ins Spiel. Statt sie ausschließen zu wollen – was sowieso nicht geht, weil sie neben den roten und gelben Apeldoorn diejenige ist, die sich hält bzw. langsam vermehrt – darf sie mitspielen.

If you can’t beat them, join them.

Edit: Und alles löst sich in Wohlgefallen auf. Gavota und Lucky Strike und obendrein 3 Handvoll Kees Nellis hätte ich als Grundierung nie freiwillig kombiniert – sieht aber großartig aus.

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